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Schwein

Niedliches kleines Ferkel Niedliches kleines Ferkel - Foto: Sergii Figurnyi/Shutterstock

Steckbrief Schwein / Hausschwein

Größe 60-90 cm (Schulterhöhe)
Geschwindigkeit Bis 20 km/h
Gewicht 120-500 kg
Lebensdauer 5 Monate bis 5 Jahre (Nutztierhaltung)
Nahrung Wurzeln, Knollen, Rüben, Getreide, Obst, Beeren
Feinde Wölfe, Bären, Raubkatzen, Haushunde, Kojoten
Verbreitung Weltweit außer Polarregionen, Wüsten, Gebirge
Lebensraum Wälder
Ordnung Paarhufer
Familie Echte Schweine
Wissenschaftl. Name Sus scrofa domesticus
Merkmale Intelligente, empfindsame Huftiere mit rüsselartiger Nase

Merkmale und Besonderheiten

Hausschweine sind Huftiere, die vom Wildschwein abstammen. Im Gegensatz zu ihren Verwandten haben sie aber viel weniger Haare. Es heißt, sie wären intelligenter als Hunde und mindestens so intelligent wie ein 3-5-jähriges Kind. Sie bestehen sogar den Spiegeltest. Außerdem sind Schweine sehr empfindsam und sozial. Das Vorurteil, dass Schweine dreckig wären, stimmt nicht. Sie mögen es sehr sauber und trennen ihren Schlaf- und Essensplatz von der „Toilette“ - wenn wir Menschen sie lassen.

Süße Ferkel Süße Ferkel - Foto: kozorog/stock.adobe.com

Verbreitung und Lebensraum

Schweine sind weltweit verbreitet, außer in den Polarregionen, in trockenen Wüsten und hohen Gebirgen. Sie mögen am liebsten ein gemäßigtes Klima, also weder zu kalt noch zu warm. Sie lieben Wälder, lockere Böden zum Wühlen, Zugang zu Wasser und Schlamm, um sich damit vor Hitze und Parasiten zu schützen.

Schweine nehmen gerne Schlammbäder Schweine nehmen gerne Schlammbäder - Foto: talseN/Shutterstock

Lebensweise

Schweine sind tagaktiv. Sie erkunden gerne ihre Umgebung - vor allem mit der Nase. Sie wühlen gerne im Boden, suhlen sich im Schlamm, spielen mit Artgenossen, verständigen sich durch verschiedenste Laute und ruhen sich gerne aus. Sie bilden kleine Gruppen aus weiblichen Tieren und ihrem Nachwuchs. Die männlichen Tiere leben alleine oder in Junggesellengruppen.

Namen

  • Schwein: Allgemeiner Name
  • Sau: Weibliches Schwein, nachdem es das erste Mal Nachwuchs hatte
  • Jungsau: Weibliches Schwein, das höchstens sechs Monate alt ist
  • Ferkel: Junge Schweine mit einem Gewicht unter 25-30 kg
  • Eber: Männliches Schwein über 18 Monate

Schwein Körperbau und Aussehen Schwein Körperbau und Aussehen - Foto: JoseDamin/stock.adobe.com

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Je nach Rasse haben Schweine eine Schulterhöhe von 60-90 cm, eine Körperlänge von 1,2-2 m und ein Gewicht von 120-500 kg. Früher wogen Schweine nur 40-100 kg. Heute sind sie viel größer und schwerer, weil wir Menschen sie so gezüchtet haben.

Rüsselartige Nase

Schweine sind durch ihre rüsselartige Nase unverwechselbar. Am vorderen Ende befindet sich eine flache, runde Knorpelscheibe mit zwei Löchern. Die Nase ist so vielfältig wie ein Schweizer Messer. Sie hilft beim Atmen, Riechen, Graben, Wühlen, Tasten, Nahrung untersuchen, Streicheln, Schubsen und Kämpfen.

Ringelschwanz

Schweine haben einen kurzen Ringelschwanz. Sie benutzen ihn, um Gefühle auszudrücken. Wenn sie sich freuen, wedeln sie mit ihm - wie ein Hund! Wenn sie Angst haben oder gestresst sind, legen sie ihn ganz fest an ihren Körper an. In der Nutztierhaltung werden die Schwänze kurz nach der Geburt abgeschnitten, was sehr schmerzhaft ist, weil sie nicht betäubt werden. Der Grund dafür ist, dass sie in sehr engen Ställen gehalten werden und sich gegenseitig aus Stress die Schwänze abbeißen würden. Die Zähne werden übrigens aus demselben Grund abgeschliffen.

Ernährung

Schweine sind Allesfresser. Sie ernähren sich am liebsten sehr abwechslungsreich. Sie essen Wurzeln, Knollen, Rüben, Getreide, Obst, Beeren, Insekten, Würmer, Schnecken und kleine Wirbeltiere. In der Nutztierhaltung erhalten Schweine fast ausschließlich Nahrung, die sie besonders schnell wachsen lässt: Soja, Erbsen, Mais, Weizen, Gerste, Hafer. Sie essen das angebotene Futter nicht, weil sie es gerne mögen, sondern weil sie keine andere Wahl haben.

Junge Ferkel Junge Ferkel - Foto: talseN/Shutterstock

Verhalten

Schweine sind sehr sauber

Schweine gelten als unsauber. Eine häufig genutzte Beleidigung ist „Du dreckiges Schwein“. Aber stimmt das? Nein, Schweine sind sehr reinlich. Ähnlich wie Katzen vermeiden sie Schmutz in ihren Schlafbereichen und verrichten ihr „Geschäft“ getrennt davon. Sie suhlen sich im Schlamm, um ihre Haut zu pflegen, sich abzukühlen und vor Sonnenbrand zu schützen. Ganz genauso wie Elefanten - die interessanterweise nicht als unsauber gelten. Schweine werden als dreckig empfunden, weil wir Menschen sie auf engstem Raum halten, wo sie ihr Bedürfnis nach Hygiene nicht ausleben können.

Wie sich Schweine verständigen

• Über Laute

Schweine kommunizieren mit ihrem ganzen Körper. Sie drücken ihre Gefühle über eine Vielzahl von Lauten aus – zum Beispiel Grunzen, Quieken, Schnaufen, Brummen, Bellen, Schreien und Krächzen.

• Über Körpersprache

Sie verständigen sich auch über Körpersprache. Sie wedeln freudig mit dem Schwanz, stellen aufmerksam die Ohren auf, stupsen sich gegenseitig liebevoll mit der Nase oder zeigen genervt ihre Zähne, um aufdringlichen Artgenossen zu drohen.

• Über Gerüche

Auch Gerüche sind für Schweine sehr wichtig. Sie reiben sich an Gegenständen, um ihren eigenen Geruch zu hinterlassen – als „Nachricht“ für Artgenossen.

Schweine sind sehr sozial

Schweine sind sehr empfindsame, liebevolle und fürsorgliche Tiere. Sie pflegen Freundschaften, kuscheln, putzen sich gegenseitig, spielen und schubsen sich auch mal aus Spaß. Wenn ein Tier in der Gruppe gestresst ist, wird es beruhigt oder in Ruhe gelassen. Sauen singen ihren Ferkeln Lieder vor, um sie zu trösten. Sie haben ihr Leben lang eine enge Verbindung – wenn man sie nicht voneinander trennt.

Ein Schwein pflegt seine Haut mit Schlamm Ein Schwein pflegt seine Haut mit Schlamm - Foto: sokko_natalia/stock.adobe.com

Sinne und Fähigkeiten

Geruchssinn

Schweine haben einen ausgezeichneten Geruchssinn. Sie besitzen 2.000 Geruchsrezeptoren, etwa doppelt so viele wie Hunde. Das heißt, dass sie viel mehr Gerüche unterscheiden können.

Geschmackssinn

Auch ihr Geschmackssinn ist sehr gut ausgebildet. Sie besitzen 15.000 Geschmacksrezeptoren. Hunde haben dagegen nur 1.700 und Menschen nur 350.

Tastsinn

Ihr Tastsinn ist vor allem im Bereich der Nase sehr gut.

Sehsinn

Sehen können sie allerdings nicht so gut. Sie sind kurzsichtig und können bestimmte Farben nicht gut wahrnehmen.

Intelligenz

Schweine sind so intelligent wie 3-5 jährige Kinder. Es heißt auch, sie wären intelligenter als Hunde! Sie haben ein sehr gutes Gedächtnis, benutzen Werkzeuge zum Graben, lösen Puzzles, finden den Ausgang aus Labyrinthen, erkennen sich im Spiegel und haben ein Gefühl für Zeit. Sie können sogar Videospiele spielen: In einem Experiment fanden Wissenschaftler heraus, dass Schweine mit ihrem Mund einen Joystick bewegen können, um einen leuchtenden Punkt auf einem Bildschirm zu bewegen. Zu verstehen, dass ein Bildschirm und ein leuchtender Punkt zusammenhängen, erfordert eine hohe Intelligenz.

Ein weibliches Schwein und ihr Nachwuchs Ein weibliches Schwein und ihr Nachwuchs - Foto: Korbut Ivetta/Shutterstock

Lebenserwartung

Eigentlich können Hausschweine 10-20 Jahre alt werden. Schweine, aus denen Fleisch und Wurst gemacht wird, werden aber nur höchstens 5-8 Monate alt. Sie sind bei ihrer Schlachtung also fast noch „Kinder“. Zuchtsauen werden meistens in einem Alter von 3-5 Jahren geschlachtet, weil sie nicht mehr genug Nachwuchs auf die Welt bringen oder aufgrund der schlechten Haltungsbedingungen krank oder verletzt sind.

Eine Sau im Kastenstand Eine Sau im Kastenstand - Foto: didesign/stock.adobe.com

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Verwilderte Hausschweine haben Wölfe, Bären, Raubkatzen, Haushunde und Kojoten zum Feind.

Der Mensch

Der größte Feind des Schweins ist der Mensch. In der Nutztierhaltung werden weltweit jährlich 1,47 Milliarden Schweine getötet. Aber wir schaden uns auch selbst damit. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) essen wir viel zu viel Fleisch, was ungesund ist und Krankheiten fördert. Außerdem ist es schlecht für die Natur.

Abholzung von Wäldern für Soja

70-75 % der angebauten Sojabohnen weltweit werden als Tierfutter verwendet, weil es die Tiere schnell wachsen lässt. Vor allem Schweine, Rinder, Hühner und Fische werden damit gefüttert – obwohl sie es normalerweise gar nicht essen würden. Um all das Soja herstellen zu können, werden jeden Tag riesige Waldflächen gerodet.

Ackerflächen für Soja

Außerdem werden weltweit riesige Ackerflächen für Soja (als Tierfutter) genutzt, die eigentlich für den Anbau anderer Lebensmittel genutzt werden könnten.

Umweltverschmutzung

Schweine produzieren große Mengen an Gülle (Kot). Sie enthält Krankheitserreger und umweltschädliche Stoffe (Nitrat, Phosphate, Schwermetalle, Antibiotika). Die Gülle kann ins Grundwasser gelangen und verschmutzen. Das Ammoniak in der Gülle lässt außerdem unsere Böden versauern.

CO2-Ausstoß

Die Haltung von Schweinen macht weltweit etwa 9 % des CO2-Ausstoßes aus und trägt dadurch stark zum Klimawandel bei.

Schweine leiden in der Massentierhaltung Schweine leiden in der Massentierhaltung - Foto: qiujusong/stock.adobe.com

Haltung als Nutztier

Massentierhaltung

Über 99 % des Schweinefleischs stammt aus der Massentierhaltung. Von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod erfahren die Tiere nur Leid. Mastschweine werden in viel zu kleinen Ställen, ohne Licht und ohne frische Luft untergebracht. Sie werden nur wenige Monate alt, werden also geschlachtet, bevor sie erwachsen sind. Zuchtsauen müssen in „Kastenständen“ leben – in kleinen Metallkäfigen, die genauso groß sind wie die Sauen selbst. Sie können sich kaum einen Zentimeter bewegen und müssen ihr ganzes Leben lang als „Brutmaschinen“ möglichst viele Ferkel zur Welt bringen. Diese Ferkel werden dann entweder Mastschweine oder selbst Zuchtsauen.

„Humane“ Tötung

Wenn wir das Wort „human“ verwenden, meinen wir damit, dass wir jemandem nicht unnötig Leid zufügen. Leider werden die Schweine in der Massentierhaltung aber nicht schonend getötet. Sie werden in einer Kammer mit CO2 betäubt, was kostengünstig und praktisch ist. Die Tiere erleiden dabei jedoch Todesangst und ringen verzweifelt um Luft, bevor sie das Bewusstsein verlieren. Würdest du das als „human“ bezeichnen?

Ist es richtig, Schweine so zu behandeln?

Schweine sind sehr lustige, verspielte, kluge, sensible, liebevolle Tiere. Sie sind nicht anders als Hunde – nur, dass sie anders aussehen und kein flauschiges Fell haben. Darf man ihnen deshalb Leid antun und Schmerzen zufügen? Was denkst du darüber? Es gibt einen einfachen Weg, das viele Leid und die Schmerzen zu vermeiden. Probiere stattdessen pflanzliche Alternativen aus. Sie sind sehr lecker und liefern viele wichtige Nährstoffe. Hier findest du jede Menge Rezepte und Infos, wie du dich gesund und lecker pflanzlich ernähren kannst: „Veganstart“ und „Vegan Taste Week

Schweine in einem engen Stall Schweine in einem engen Stall - Foto: Dusan Petkovic/stock.adobe.com

Haltung als Haustier

Schweine sind sehr intelligent und haben ein liebevolles Wesen. Der Wunsch, eines als Haustier zu halten, wird verständlicherweise immer größer. Besonders beliebt sind sogenannte Mini-Schweine oder Teacup-Schweine („Teetassen-Schweine“). Aber: Auch sie werden 35-70 kg schwer – also wie ein erwachsener Labrador Retriever oder ein Bernhardiner. Der Versuch, sie immer kleiner zu züchten, führt zu gesundheitlichen Problemen am Herzen, den Gelenken und Nieren. Nicht zu vergessen: Schweine sind soziale Tiere und können nur in der Gruppe artgerecht gehalten werden.

Fortpflanzung

Schweine können sich ab einem Alter von 6-8 Monaten fortpflanzen. Die Tragzeit dauert etwa 114 Tage. Bei einem Wurf kommen meist 6-12 Ferkel zur Welt. Sie wiegen bei ihrer Geburt 1-1,5 kg und werden 3-6 Wochen gesäugt. Danach können sie schon feste Nahrung aufnehmen.

Fun Facts

Das berühmteste Schwein der Welt ist Miss Piggy aus der Muppet Show.

Das Schwein ist verwandt mit:

  • Buschschwein
  • Hirscheber
  • Pustelschwein
  • Warzenschwein
  • Wildschwein

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Quellen:


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