Pfau
Steckbrief Pfau
| Größe | 100-125 cm |
| Geschwindigkeit | 16-25 km/h (beim Laufen) |
| Gewicht | 3-6 kg |
| Lebensdauer | 10-25 Jahre |
| Nahrung | Gras, Samen, Knospen, Früchte, kleine Tiere |
| Feinde | Tiger, Leopard, Haushunde, Marder, Füchse |
| Verbreitung | Asien, Afrika, Amerika, Europa, Australien, Neuseeland |
| Lebensraum | Wälder, Waldränder, Buschland, Savannen |
| Ordnung | Hühnervögel |
| Familie | Fasanenartige |
| Wissenschaftl. Name | Pavo cristatus |
| Merkmale | Exotischer blauer Vogel, lange Schwanzfedern, „schlägt Räder“ |
Merkmale und Besonderheiten
Der Pfau gehört zu den beeindruckendsten und farbenprächtigsten Vögeln der Welt. Die männlichen Tiere haben außergewöhnlich lange Federn mit zahllosen, großen, schillernden „Augen“. Wenn sie sie aufstellen, nennt man das „ein Rad schlagen“. Zusätzlich lassen sie ihre Federn zittern – was auf die weiblichen Tieren besonders anziehend wirkt. Neben dem blauen Pfau gibt es auch den Grünen und den Weißen Pfau.
Arten
Es gibt zwei asiatische Arten: den Blauen Pfau und den Grünen Pfau. In Afrika gibt es den Kongopfau. Pfauen gehören übrigens zur Familie der fasanenartigen Vögel und die wiederum zur Ordnung der Hühnervögel.
Verbreitung und Lebensraum
Der Blaue Pfau ist in Indien, Pakistan und Sri Lanka verbreitet, die Heimat des Grünen Pfaus ist Südostasien. Der Kongopfau lebt in Afrika. Pfauen bevorzugen lichte Wälder, Waldränder, Buschland und Savannen in der Nähe von Wasser. Sie suchen häufig Schutz in Bäumen, um vor Raubtieren sicher zu sein.
Lebensweise
Pfauen sind tagsüber aktiv und verbringen viel Zeit mit der Suche nach Nahrung. Nachts schlafen sie in Bäumen. Die Hennen und ihre Küken leben in kleinen Gruppen zusammen. Die Männchen leben außerhalb der Paarungszeit allein oder in lockeren Gruppen.
Aussehen und Körperbau
Größe und Gewicht
Ein Pfau hat eine Körperlänge von 100-125 cm. Wenn man die langen Schmuckfedern mit einberechnet, hat er eine Gesamtlänge von 195-230 cm! Das Gewicht liegt bei 3-6 kg.
Hübsche Farben
Der Blaue Pfau hat vor allem blaue Federn (Überraschung!), während der Grüne Pfau vor allem grüne Federn hat (auch das passt!). Aus dem Blauen Pfau sind durch Zucht zahlreiche Farbvarianten entstanden: von blau über schwarz bis weiß. Der Weiße Pfau ist übrigens kein Albino – denn sonst hätte er rote Augen. Seine weißen Federn sind durch Leuzismus entstanden.
Beeindruckende Schwanzfedern
Die Deckfedern – oder auch die „Schleppe“
Die langen Schwanzfedern mit den hübschen Augen sind eigentlich gar keine Schwanzfedern. Tatsächlich handelt es sich um bis zu 200 Deckfedern, die über den Schwanzfedern liegen. Sie sind so lang, dass sie als Schleppe bezeichnet werden – wie die Schleppe bei einem Hochzeitskleid. Bei männlichen Pfauen sind sie 120-160 cm lang und damit 1,5 Mal so lang wie ihr Körper. Bei den weiblichen Pfauen ist das anders. Ihre Deckfedern sind nur 10-20 cm lang.
Die eigentlichen Schwanzfedern
Die eigentlichen Schwanzfedern liegen unter den Deckfedern. Sie werden nur 40 cm lang. Sie sind viel starrer und dienen als Stütze, wenn ein Hahn seine Deckfedern auffächern möchte. Deshalb braucht er auch nicht so viele. Es sind nur etwa 20 Stück.
Schillernde Augenflecken
Auf den Deckfedern der männlichen Pfauen befinden sich 150-170 schillernde „Augen“, also Muster, die wie Augen aussehen. Einerseits sollen sie auf Hennen anziehend wirken, weil sie Blaubeeren ähneln. Andererseits sollen sie den Augen von großen Raubtieren ähneln und dadurch Angreifer abschrecken.
Das berühmte „Rad“
Wenn ein männlicher Pfau seine Schwanzfedern auffächert, bilden sie einen Halbkreis, der bis zu 2 m breit und hoch ist. Die Weibchen können kein Rad schlagen, weil ihre Federn zu kurz sind.
Die lustige Federkrone
Pfauen haben auf ihrem Kopf 20-30 einzelne Federn. Sie sehen aus wie kleine, helle Stäbchen, an deren Spitzen eine Art Fähnchen oder Federpuschel sitzt. Die Hennen können mit diesen Federn sogar Vibrationen wahrnehmen.
Männlicher Pfau oder weiblicher Pfau – Wo ist der Unterschied?
Männliche von weiblichen Pfauen zu unterscheiden ist super einfach. Nur Hähne haben eine lange Schleppe, „Augen“ sowie leuchtend blaue Federn am Hals und am Kopf. Die Hennen sind unscheinbar braun-grün gefärbt. Das hat einen guten Grund: die Weibchen müssen die Küken aufziehen und sind mit diesen Farben besser getarnt. Bei den Grünen Pfauen ist das anders: Beide Geschlechter haben grünes Gefieder und sehen sich recht ähnlich.
Ernährung
Pfauen sind Allesfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gras, Samen, Knospen, Früchten, aber auch von Insekten, Würmern, kleinen Amphibien und Reptilien.
Verhalten
Verteidigung
Pfauen haben einige Tricks auf Lager, um Raubtiere abzuwehren! Zuallererst versuchen sie natürlich, eine Begegnung zu vermeiden. Sie flüchten in Bäume (insbesondere nachts) und rufen laut, damit sich auch ihre Artgenossen in Sicherheit bringen können. Wenn keine Flucht möglich ist, treten sie den Angreifer mit ihren kräftigen Füßen und versuchen ihn mit ihren scharfen Krallen zu verletzen. Wenn Pfauen an ihrer Schleppe festgehalten werden, können sie dennoch entkommen, weil die Federn leicht abreißen.
Schrille Laute
Pfauen sehen sehr hübsch aus, aber ihr Ruf ist alles andere als schön. Vor allem ihr Warn- und Alarmruf ist sehr laut, langgezogen und klingt sehr schrill. Für die Verständigung und zur Balz haben sie etwas ruhigere, melodischere Laute.
Das Rad
Wie Pfauen ein Rad schlagen
Um ein Rad zu schlagen, richten Pfauen zuerst ihre Schwanzfedern nach oben und spreizen dann mit ihren kräftigen Muskeln die langen Deckfedern, bis sie einen halbkreisförmigen Fächer bilden. Die Schwanzfedern dienen als Stütze – wie eine Hand, die einen Fächer zum Wedeln hält.
Warum sie ihre Federn zittern lassen
Wenn männliche Pfauen ein Rad schlagen, lassen sie ihre Federn zittern. Sie können sie innerhalb einer Sekunde bis zu 25 hin und herbewegen! Die Farben schimmern und flackern durch das Zittern besonders stark, weil das Sonnenlicht jedes Mal in einem anderen Winkel auf die Federn fällt. Ein Augenschmaus für weibliche Pfauen! Sie fühlen sich davon stark angezogen.
Sinne und Fähigkeiten
Können Pfauen fliegen?
Ja, Pfauen können tatsächlich fliegen, aber sie tun es meistens nur, um sich abends auf einen höher gelegenen Ast zu setzen.
Tastsinn in der Federkrone (!)
Die Federkrone sieht nicht einfach nur hübsch aus – bei den weiblichen Vögeln ist sie auch eine Art hochempfindlicher Sensor! Wenn die männlichen Pfauen ein Rad schlagen und mit ihren Federn zittern, können die weiblichen Pfauen die Erschütterungen in ihrer Federkrone spüren.
Lebenserwartung
In freier Wildbahn werden Pfauen 10-25 Jahre alt.
Feinde und Bedrohungen
Natürliche Feinde
Pfauen hatten früher Tiger und Leoparden zum Feind, doch von ihnen gibt es kaum noch welche. Da kleinere Raubtiere einen erwachsenen Pfau schwer erbeuten können, sind heute vor allem die Eier und Küken gefährdet. Sie werden von frei laufenden und verwilderten Haushunden, Goldschakalen, Mardern, Füchsen, Pythons und Kobras erlegt.
Der Mensch
Die größte Bedrohung geht vom Menschen aus. Am häufigsten sterben sie durch Jagd und Wilderei wegen der Federn und der Eier, Zerstörung des Lebensraums, Landwirtschaft für Tierfutter, Pestizide, Haustiere und Straßenverkehr.
Gefährdungsstatus
Der Blaue Pfau gilt derzeit nicht als gefährdet. Der Kongopfau ist auf der Vorwarnliste, weil es nur noch etwa 10.000 erwachsene Tiere gibt. Der Grüne Pfau gilt sogar als stark bedroht. Die Anzahl der erwachsenen Tiere liegt zwar mit 20.000 höher als beim Kongopfau, aber der Status hängt nicht von der absoluten Zahl der Tiere ab, sondern wie schnell ihre Zahl abnimmt.
Fortpflanzung
Brutzeit
Weibliche Pfauen leben mit ihren Nachkommen zusammen. Die Männchen bleiben allein oder bilden „Männergruppen“. Während der Brutzeit ändert sich das. Dann bilden mehrere Hennen zusammen mit einem Hahn eine Gruppe.
Das berühmte Balzritual
Pfauen haben ein beeindruckendes Balzritual! Wenn ein Hahn eine Henne für sich gewinnen will, muss er seine Fitness und Gesundheit unter Beweis stellen. Dazu schlägt er Räder und lässt seine Deckfedern zittern, um sie zu beeindrucken. Eine hohe Anzahl von „Augen“ und besonders lange Federn wirken sehr anziehend auf die Hennen.
Pfauen sind Bodenbrüter
Pfauen bauen ihre Nester am Boden. Die Hennen scharren dazu eine Mulde in den Boden und polstern sie mit weichen Zweigen aus. Sie legen 3-8 hellgrüne bis braune Eier hinein und brüten sie vier Wochen lang aus.
Die Küken sind schnell selbstständig
Die Küken können schon kurz nach dem Schlüpfen laufen und nach Futter suchen. Sie sind aber noch viele Wochen auf die Unterstützung und den Schutz durch ihre Mutter angewiesen.
Entwicklung der Jungvögel
Bereits mit vier Wochen entwickelt sich die Federkrone und nach zwei Monaten sieht das Gefieder genauso aus wie das ihrer Mutter. Die Schleppe und die blaue Farbe entwickeln sich bei den jungen Hähnen erst im zweiten Lebensjahr.
Fun Facts
Auf Englisch
Auf Englisch heißt der Pfau eigentlich Peafowl („fowl“ = „Huhn“). Man spricht aber meistens vom Peacock – dem männlichen Tier („cock“ = „Hahn“). Das weibliche heißt Peahen („hen“ = „Henne“). Das Küken heißt Peachick („chick“ = „Küken“).
Ältere Hennen werden zu Hähnen (äußerlich)
Ob ein Pfauenvogel ein männliches oder ein weibliches Gefieder hat, hängt von den Hormonen ab. Wenn einer Henne die weiblichen Hormone fehlen, weil sie krank oder alt ist, entwickelt sie eine Schleppe und bekommt blaue Federn!
Der Pfau ist verwandt mit:
- Argusfasan
- Bambushuhn
- Fasan
- Kammhuhn
- Königshuhn
- Perlenfasan
- Steinhuhn
- Wüstenhuhn
Weitere Tiere im Lebensraum:
Quellen:
- „Study of Pattern Formation by Peafowl using LEM Multi-Agent Simulator“ (https://link.springer.com)
- „The evolution of peafowl and other taxa with ocelli (eyespots): a phylogenomic approach“ (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov)
- „Indian peafowls can count numbers: experimental evidence of numerical cognition in peafowls“ (https://www.sciencedirect.com)
- „Through their eyes: selective attention in peahens during courtship“ (https://journals.biologists.com)
- „Biomechanics of the Peacock’s Display: How Feather Structure and Resonance Influence Multimodal Signaling“ (https://journals.plos.org)
- „Identification of shed or plucked origin of Indian Peafowl (Pavo cristatus) tail feathers: Preliminary findings“ (https://www.sciencedirect.com)
- „Morphometric, productive and reproductive traits of Indian peafowl (Pavo cristatus) in Bangladesh“ (https://www.journalijdr.com)






























