Schwalbenschwanz
Steckbrief Schwalbenschwanz
| Größe | 50-75 mm |
| Geschwindigkeit | Unbekannt |
| Gewicht | Unbekannt |
| Lebensdauer | 2-4 Wochen (als Falter) |
| Nahrung | Blütennektar |
| Feinde | Vögel, Spinnen |
| Verbreitung | Asien, Amerika, Europa, Australien |
| Lebensraum | Wiesen, Gärten, sonnige Hänge |
| Ordnung | Schmetterlinge |
| Familie | Ritterfalter |
| Wissenschaftl. Name | Papilio machaon |
| Merkmale | Schmetterling mit Fortsätzen an den Hinterflügeln |
Merkmale und Besonderheiten
Der Schwalbenschwanz ist einer der größten und auffälligsten Schmetterlinge Europas. Er ist hellgelb mit einem schwarzen Gittermuster und zwei roten Augenflecken. Auch die Raupe ist besonders: Sie besitzt eine orangefarbene „Gabel“ im Nacken. Wenn sie sich bedroht fühlt, stellt sie diese Gabel auf und verströmt aus ihr einen starken süßlich-fauligen Geruch. Er vertreibt Angreifer.
Der Schwalbenschwanz sieht so exotisch aus, dass er beinahe wie eine tropische Art wirkt. Ich finde ihn wunderschön!
Silke von tierchenwelt.de
Name
Seinen Namen verdankt er den auffälligen Fortsätzen an seinen Hinterflügeln. Diese sehen aus wie die gegabelten Schwanzfedern einer Schwalbe. Wissenschaftlich gehört er zur Familie der Ritterfalter.
Arten
Schwalbenschwänze sind sehr vielfältig: es gibt 200-220 Arten. Die meisten leben in Südostasien. Auch in Amerika gibt es zahlreiche Arten: Tigerschwalbenschwanz, Schwarzer Schwalbenschwanz, Gewürzbusch-Schwalbenschwanz (Spicebush Swallowtail) und Großer Schwalbenschwanz. In Deutschland gibt es nur eine Art: den Papilio machaon.
Verbreitung und Lebensraum
Verbreitung
Den Schwalbenschwanz ist fast überall zuhause: Er lebt in Asien, Amerika, Afrika und Europa, teilweise sogar in Australien. In Deutschland ist der Schwalbenschwanz hauptsächlich im Süden anzutreffen, also in Bayern und Baden-Württemberg.
Lebensraum
Schwalbenschwänze lieben sonnige Wiesen, Magerrasen, Ackerränder und Gärten, in denen Kräuter und Gemüsepflanzen wachsen – vor allem Dill und Fenchel. Sie bevorzugen offene Landschaften und sind sogar im Gebirge bis auf 2.000 Meter Höhe zu finden.
Lebensweise
Der Schwalbenschwanz ist ein Sonnenanbeter. Er ist tagaktiv und verbringt viel Zeit damit, von Blüte zu Blüte zu segeln. Er ist ein exzellenter Flieger, der auch weite Strecken zurücklegen kann, um neue Lebensräume zu finden.
Körperbau und Aussehen
Größe und Gewicht
Der Schwalbenschwanz zählt zu den fünf größten Schmetterlingen in Deutschland. Er hat eine beeindruckende Spannweite von bis zu 75 mm.
Flügel
Alle Schwalbenschwänze haben prachtvolle Flügel in den unterschiedlichsten Farben: zum Beispiel grün-schwarz, schwarz-rot, schwarz-weiß oder blau-schwarz. Die Flügel unseres Schwalbenschwanzes in Deutschland haben folgende Besonderheiten:
- hellgelbe Farbe
- schwarzes Gittermuster
- blaue „Mondflecken“ am Rand der Hinterflügel
- zwei rote Augenflecken an der Innenseite der Flügel
- zwei lange Fortsätze an den Hinterflügeln
Gabelschwanz
Alle Schwalbenschwänze haben einen „Gabelschwanz“, also zwei lange Fortsätze, die an die Schwanzfedern einer Schwalbe erinnern. Sie dienen der Täuschung und helfen Angriffe von Feinden zu überleben. Die Fortsätze sehen wie Fühler aus und die roten Flecken wie Augen. Also vermuten Vögel und Eidechsen dort ihren Kopf - erwischen aber bei einem Angriff nichts Lebenswichtiges.
Schwalbenschwanz oder Segelfalter – Wo ist der Unterschied?
Wer die beiden Schmetterlinge auseinander halten will, muss schon genau hinsehen, denn sie sind sich sehr ähnlich. Es gibt aber ein paar eindeutige Merkmale, die es leicht machen, sie zu bestimmen. Der Schwalbenschwanz hat ein Gittermuster und ein kurzes, kräftiges Schwänzchen. Der Segelfalter hat dagegen Längsstreifen und einen sehr langen, schmalen Gabelschwanz. Und das auffälligste: der Schwalbenschwanz hat rote Augenflecken – der Segelfalter hat dunkle Augenflecken mit orangenen „Augenbrauen“.
Ernährung
Schwalbenschwänze sind Pflanzenfresser – genauer gesagt Nektarfresser. Sie lieben violette Blüten von Disteln, Klee, Flieder. Die Raupen ernähren sich von Blättern. Sie sind sehr wählerisch und essen fast nur Gewächse wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill, Petersilie und Kümmel.
Verhalten
„Gymnastik“ beim Trinken
Hast du schon mal gesehen, wie ein Schwalbenschwanz an einer Blüte trinkt? Er schlägt dabei oft ganz schnell mit den Flügeln, während er seine Beine nur ganz leicht aufsetzt. So bleibt er startbereit, falls ein Feind auftaucht.
Sinne und Fähigkeiten
Sinne
Die Weibchen nutzen zur Eiablage gleich mehrere Sinne. Sie verlassen sich nicht nur auf ihren Geruchssinn, sondern nutzen auch ihren Sehsinn: Sie suchen gezielt nach ganz bestimmten Grüntönen und erkennen die fein gefiederten Blätter von Dill oder Fenchel an ihrer Form. Erst wenn Farbe und Form der Pflanze für ihre Augen perfekt zusammenpassen, legen sie ihre Eier ab. Dank ihrer hochentwickelten Augen können die Weibchen sogar UV-Licht sehen. Das hilft ihnen dabei, unter hunderten grünen Pflanzen exakt diejenige zu finden, die die beste Qualität für ihre Eier hat.
Beeindruckende Flugkünstler
Im Gegensatz zu vielen anderen Faltern, die eher hektisch flattern, kann der Schwalbenschwanz dank seiner großen Flügelspannweite majestätisch durch die Luft segeln – fast wie ein kleiner Adler.
Lebenserwartung
Die Zeit als fertiger Schmetterling ist kurz: nur etwa 2-4 Wochen. Den größten Teil seines Lebens verbringt er als Ei, Raupe oder in der Winterruhe als Puppe.
Feinde und Bedrohungen
Natürliche Feinde
Zu den natürlichen Feinden gehören vor allem Vögel, Spinnen und Schlupfwespen.
Der Mensch
Die größte Bedrohung ist jedoch der Mensch. Durch intensive Landwirtschaft und das Mähen von Wegrändern verschwinden die Futterpflanzen für die Raupen.
Bedeutung für das Ökosystem
Als Bestäuber ist der Schwalbenschwanz sehr wichtig. Während er Nektar trinkt, bleiben Pollen an seinem Körper hängen, die er zur nächsten Blüte trägt und diese bestäubt.
Wann kann man Schwalbenschwänze beobachten?
Die erwachsenen Schmetterlinge kann man meistens von April bis September gut beobachten.
Wie kann ich dem Schwalbenschwanz helfen?
Da der Schwalbenschwanz wählerisch ist, braucht er besondere Pflanzen. Wenn du Dill, Fenchel. Petersilie oder Karotten im Garten hast, lass ruhig ein paar Blätter für die Raupen übrig. Sie werden es dir mit einem faszinierenden Tanz im Sommer danken.
Seit diesem Jahr habe ich eine mehrjährige Petersilie (natürlich vom Bio-Gärtner). Wer weiß, vielleicht entdecke ich darin irgendwann eine Schwalbenschwanz-Raupe – und schaue ihr dann beim mampfen zu :)
Silke von tierchenwelt.de
Fortpflanzung
Die „Gipfelstürmer“
Um von den Weibchen gesehen zu werden, fliegen die Männchen auf den höchsten Punkt in der Umgebung, und warten dort. Das nennt man „Hilltopping“ (hill = „Hügel“ und „top“ = „Spitze“).
Die Eier
Nach der Paarung legt das Weibchen seine gelben Eier einzeln an den Blättern der Futterpflanzen ab. Nach wenigen Tagen schlüpft die winzige Raupe.
Die Raupen
• Der „Vogelkot“-Trick
Wenn die Raupen unseres heimischen Schwalbenschwanzes noch ganz jung und klein sind, sehen sie weiß-schwarz gemustert aus – genau wie frischer Vogelkot! Ein genialer Schutz vor Fressfeinden. Später sind sie später grün-schwarz gestreift und haben orangene Punkte.
• Duft-Attacke aus dem Nacken
Wenn sich die Raupe bedroht fühlt, stellt sie eine leuchtend orangefarbene Gabel (das Osmaterium) an ihrem Nacken auf. Das sieht nicht nur wild aus, sondern stinkt für Angreifer nach Verfaultem.
• Farbe ist Verwandlungssache
Wenn sich die Raupe mehrfach gehäutet hat, verpuppt sie sich an Pflanzenstängeln. Die Farbe der Puppe ist nicht immer gleich. Je nachdem, ob sich die Raupe an einem grünen Pflanzenstängel oder an einer braunen Wand verpuppt, kann die Puppe grün oder braun sein, um perfekt getarnt zu sein.
Überwinterung
Die Falter leben nur 2-4 Wochen und überwintern daher nicht. Aber die Puppen, die im Spätsommer entstehen, verfallen in eine Winterstarre. Sie überstehen klirrende Kälte und warten monatelang, bis die Frühlingssonne sie „wachküsst“. Dann können sie schlüpfen.
Dauer der Entwicklung/Phase:
- Ei: 3-10 Tage
- Raupe: 2-5 Wochen
- Puppe: 2-3 Wochen
- Erwachsenes Tier: 2-4 Wochen
Das Schwalbenschwanz ist verwandt mit:
- Apollo
- Segelfalter
Weitere Tiere im Lebensraum:
Quellen:
- Hierarchical morphogenesis of swallowtail butterfly wing scale nanostructures (https://elifesciences.org)
- Swallowtail Butterflies Use Multiple Visual Cues to Select Oviposition Sites (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov)
- High-quality reference genomes of swallowtail butterflies provide insights into their coloration evolution (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov)
- Aktualisiert am





















