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Kohlmeise

Foto: Arnau/stock.adobe.com

Steckbrief Kohlmeise

Größe 13-15 cm (Körper), 24 cm (Spannweite)
Geschwindigkeit 30-35 km/h
Gewicht 12-22 g
Lebensdauer 3 Jahre
Nahrung Larven, Spinnen, Raupen, Blattläuse, Samen, Nüsse
Feinde Katzen, Sperber, Baummarder
Verbreitung Europa, Zentralasien, Nordwesten Afrikas
Lebensraum Laubwälder, Mischwälder, Gärten, Parks, Hecken
Ordnung Sperlingsvögel
Familie Meisen
Wissenschaftl. Name Parus major
Merkmale Kleiner Singvogel mit schwarz-gelben Gefieder

Merkmale und Besonderheiten

Die Kohlmeise ist eine große Meise mit einem schwarzen Kopf, weißen Wangen und gelbem Gefieder an Brust und Bauch. Von allen Meisen ist sie die größte und schwerste - sie ist doppelt so groß und schwer wie die Blaumeise. Sie hat ein sehr neugieriges und abenteuerlustiges Wesen. Im Sommer mag sie am liebsten Insekten und im Winter ernährt sie sich von Nüssen. In Deutschland ist sie einer der häufigsten Gartenvögel.

Kohlmeise am Nistkasten - Foto: Fotolyse/stock.adobe.com

Arten

Die Kohlmeise ist eine von über 50 Meisenarten. Zur Familie der Meisen gehören zum Beispiel auch die Blaumeise, die Sumpfmeise, Tannenmeise und Weidenmeise.

Charakter

Kohlmeisen sind sehr mutig und picken sogar manchmal Futter aus der Hand. Gegenüber kleineren Vögeln können sie ganz schön angriffslustig sein. Auch zu ihren Artgenossen sind sie während der Paarungszeit etwas ruppig.

Verbreitung und Lebensraum

Kohlmeisen gibt es in Europa, Zentralasien und im Nordwesten Afrikas. Sie sind sehr anpassungsfähig und kommen daher in verschiedenen Lebensräumen gut zurecht. Sie leben in Laub- und Mischwäldern, in Gärten, Parks, Hecken und Obstgärten. Bei der „Stunde der Gartenvögel 2025“ von LBV und NABU waren sie die dritthäufigsten und bei der „Stunde der Wintervögel 2026“ die zweithäufigsten Vögel.

Lebensweise

Kohlmeisen sind tagaktiv. Sie verbringen die meiste Zeit in Bäumen, Büschen und Sträuchern. Dort suchen sie nach Nahrung. Um sich auszuruhen und zu schlafen, nutzen sie gerne Höhlen und Nistkästen. Sie plustern ihr Gefieder auf, damit es ihnen schön warm ist und stecken dann ihren Kopf unter einen Flügel. Während der Paarungszeit hört man sie sehr häufig singen.

Kohlmeise Körperbau und Aussehen - Foto: Sergey Ryzhkov/stock.adobe.com

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Die Kohlmeise ist die größte Meise. Sie hat eine Körperlänge von 13-15 cm und wiegt 12-22 g. Ihre Spannweite beträgt 24 cm. Sie sind etwa so groß wie ein Spatz (offiziell „Haussperling“), wiegen aber nur halb so viel.

Gefieder

Kohlmeisen haben glänzende blau-schwarze Federn auf dem Kopf. Außerdem verläuft ein schwarzer Streifen mittig über der Brust, vom Kopf bis zu den Beinen. Die Wangen sind weiß. Die Federn an Brust und Bauch sind gelb. Das Gefieder am Rücken ist blaugrau und die Flügel olivgrün. Auf den Flügeln ist ein schmaler weißer Streifen.

In der Stadt weniger gelb

Kohlmeisen ernähren sich von Insekten. Je mehr sie essen, desto kräftiger leuchten ihre gelbe Brustfedern. Das hat mit den Farbstoffen in ihrer Nahrung zu tun. In der Stadt finden sie jedoch nicht immer ausreichend Insekten. Deshalb erscheinen ihre Farben häufig matt und „ausgewaschen“.

Foto: betazoid (links), Xevi Vilaregut (rechts)/stock.adobe.com

Weibliche oder männliche Kohlmeise?

Die Weibchen haben weniger kräftige Farben. Man kann sie leicht von den Männchen unterscheiden, wenn man ihre Brust ansieht. Bei den Männchen ist der schwarze Streifen eine klare, breite, durchgezogene Linie. Bei den Weibchen ist sie schmal, manchmal unterbrochen und geht nicht immer bis zu den Beinen. Jungvögel sehen ähnlich aus wie die Weibchen.

Kohlmeise oder Blaumeise – Wo ist der Unterschied?

Kohlmeise und Blaumeise kann man schon mal verwechseln – vor allem aus der Ferne. Die Blaumeise hat zwar blaue Federn auf dem Kopf, jedoch können sie je nach Entfernung und Lichtverhältnissen sehr dunkel aussehen. Wer die Tiere häufiger beobachtet, kann sie meistens an ihrer Größe bestimmen: Kohlmeisen sind fast doppelt so groß wie Blaumeisen.

Foto: Ian Kirk from Broadstone, Dorset, UK [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Ernährung

Kohlmeisen sind Allesfresser. Im Sommer bevorzugen sie Insekten wie Larven, Spinnen, Raupen und Blattläuse. In den Wintermonaten ernähren sie sich von Samen, Nüssen, Beeren und Früchten. Sie lassen sich auch gerne von uns Menschen füttern.

Verhalten

Keine Zugvögel

Die meisten Kohlmeisen bleiben an ihrem Standort und ziehen im Winter nur so weit nach Süden wie nötig.

Gesang

Kohlmeisen haben eine kräftige, laute Stimme. Schon kurz nach der Morgendämmerung beginnen sie zu rufen. Ihr Gesang ist sehr abwechslungsreich und verändert sich in Geschwindigkeit, Lautstärke, Rhythmus und Tonhöhe. Die Männchen erkennt man vor allem an ihrem „zi-da, zi-da, zi-da“. Ihr Ruf hat zwischen zwei und vier Silben und wird bis zu zehnmal wiederholt.

Foto: Antti/stock.adobe.com

Fähigkeiten und Sinne

Kohlmeisen sind sehr intelligent. Sie lernen nicht etwa durch „Versuch und Irrtum“, sondern können Probleme durch Beobachten und Nachdenken lösen.

Intelligenz

Außergewöhnliches Gedächtnis

Kohlmeisen können sich nicht nur daran erinnern, an welchem Ort sie Nahrung gefunden haben. Sie wissen auch ganz genau, wann das war, welche Nahrung es war und wie sie sie erbeutet haben. Ihr Gedächtnis speichert die Erinnerungen so lebendig ab, dass sie sie jederzeit wieder erleben können.

Probleme lösen durch Nachdenken

In einem Experiment stellten Forscher einen durchsichtigen Behälter mit Futter auf. Er hatte eine kleine Öffnung, die aber nicht sofort zu sehen war. Die meisten Vogelarten pickten zuerst gegen die transparente Wand des Behälters, bevor sie verstanden, dass sie auf diese Weise nicht an Futter kommen. Die Kohlmeisen sahen sich den Behälter aber in 80 % der Fälle zuerst an und fanden dadurch auf Anhieb die Öffnung.

Milchflaschen öffnen

In England haben sich Kohlmeisen selbst beigebracht, die Verschlüsse von Milchflaschen zu öffnen. Dort wurden Milchflaschen früher vor die Haustür geliefert. Um an den leckeren, fettreichen Rahm zu kommen, der oben auf der Milch schwimmt, öffneten die Vögel die dünne Folie oben auf dem Flaschenhals mit ihrem Schnabel. Dieses Verhalten wurde im Jahr 1921 erstmals dokumentiert.

Werkzeuggebrauch

Kohlmeisen wurden dabei beobachtet, die dünnen Nadeln von Nadelbäumen als Werkzeug zu verwenden. Sie holen damit Larven aus kleinen Ritzen und Löchern in der Baumrinde. Der Gebrauch von Werkzeug erfordert viel Intelligenz und wurde bislang nur bei wenigen Tierarten beobachtet.

Foto: scalworker/stock.adobe.com

Lebenserwartung

Kohlmeisen leben nicht sehr lange. Sie werden normalerweise nur etwa drei Jahre alt. Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen. Die älteste Kohlmeise der Welt war ein beringtes Tier, das ein Alter von 13 Jahren und 11 Monaten erreichte.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Der größte natürliche Feind der Kohlmeise ist die Hauskatze. Aber auch Greifvögel wie der Sperber machen Jagd auf die Meise. Baummarder und Elstern stehlen gerne ihre Eier.

Der Mensch

Pestizide und Insektizide

In Gärten und auf Balkonen werden gegen lästige Schädlinge häufig Chemikalien eingesetzt. Das hilft zweifellos, die ungebetenen Gäste loszuwerden, aber schadet auch vielen Vögeln – auch den Kohlmeisen. Sie leiden unter Futtermangel. Und es ist noch schlimmer: Wir vergiften sie, denn sie essen die toten Insekten.

Foto: Nikola Veljković [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Bedeutung für das Ökosystem

Kohlmeisen sind ausgezeichnete Schädlingsbekämpfer, denn sie ernähren sich genau von den Insekten, die wir nicht mögen. Außerdem verbreiten sie Samen, aus denen neue Pflanzen wachsen.

Wie kann man Kohlmeisen anlocken?

Futterspender

Kohlmeisen lassen sich leicht in den Garten oder auf den Balkon locken – vor allem mit Futter. Was kann man Kohlmeisen füttern? Am liebsten mögen sie Sonnenblumenkerne und Erdnüsse. Sie fressen von Knödeln, die aufgehängt werden, aber auch von Futtertischen oder sogar vom Boden.

Badeschale

Kohlmeisen lieben flache Badeschalen. Sie sollten etwa 2-3 cm tief und mindestens 10 cm lang sein. Die Badeschale sollte regelmäßig gereinigt werden, da sich sonst Bakterien und Viren unter den Vögeln ausbreiten können.

Nistkasten

Wer einen Garten hat, kann den Tieren auch einen sicheren Unterschlupf wie einen Nistkasten anbieten. Die Öffnung sollte 28 mm groß sein, damit die Kohlmeise hineinkommt, und am besten fünf Meter über dem Boden hängen.

Foto: Ghislain38 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Fortpflanzung

Brutzeit

Die Brutzeit der Kohlmeisen liegt zwischen März und Juli. Die Brutpaare bilden sich bereits im Februar oder März. Wenn sie genügend Futter finden, brüten sie sogar zwei Mal pro Jahr.

Nest

Zum Nisten bevorzugen Kohlmeisen kleine Höhlen in Bäumen oder Felsen. Sie nehmen auch gerne Nistkästen an – manchmal sogar lieber als natürliche Höhlen. Das Nest wird mit Gras, Tierhaaren, Moos und Federn schön kuschelig ausgepolstert.

Eier

Kohlmeisen legen 5-12 kleine Eier. Sie sind etwa 18 mm lang und 14 mm breit – in etwa so groß wie ein 1-Cent-Stück. Sie sind cremefarben und haben kleine rötliche Flecken.

Brutdauer

Kohlmeisen haben eine Brutdauer von 10-17 Tagen.

Aufzucht

Nach dem Schlüpfen werden die Babys von beiden Eltern gefüttert. Sie bekommen hauptsächlich Larven von Nachtfaltern und Schmetterlingen. Diese enthalten viele Proteine und sorgen dafür, dass die Küken sich gut entwickeln. Nach etwa 16-22 Tagen sind sie flügge und verlassen das Nest. Die Jungvögel werden aber von den Eltern noch weitere 6-10 Tage gefüttert.

Partnerverhalten

Kohlmeisen sind sich während der Brutzeit treu. Sie schlafen zwar getrennt, aber das Männchen holt das Weibchen jeden Morgen von ihrer Schlafhöhle ab und bringt sie abends wieder dorthin zurück. Das Männchen will dadurch verhindern, dass sich das Weibchen mit einem anderen Partner paart.

Fun Facts

Auf Englisch

Die Kohlmeise heißt auf Englisch „great tit“. „Tit“ heißt so viel wie „etwas kleines“. Übersetzt bedeutet ihr Name also so viel wie „Großes Kleines“. Mit dem Wort „tit“ werden im Englischen übrigens alle Meisen bezeichnet, z. B. auch die Blaumeise („blue tit“).

Die Kohlmeise ist verwandt mit:

  • Blaumeise
  • Fichtenmeise
  • Sumpfmeise
  • Tannenmeise
  • Weidenmeise

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Quellen:

  • Aktualisiert am

Alle Sperlingsvögel im Überblick


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