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Meerschweinchen

Glatthaar-Meerschweinchen - Foto: Miroslav Hlavko/Shutterstock

Steckbrief Meerschweinchen

Größe 20-35 cm
Geschwindigkeit Bis 9 km/h
Gewicht 700 g bis 1,2 kg
Lebensdauer 6-8 Jahre
Nahrung Samen, Pflanzen, Blätter
Feinde Wölfe, Schlangen
Verbreitung Südamerika
Lebensraum Grasland, Wald, Gebirge
Ordnung Nagetiere
Familie Meerschweinchen
Wissenschaftl. Name Cavia porcellus
Merkmale Nagetier mit langer Nase, beliebtes Haustier, quiekt lustig

Merkmale und Besonderheiten

Meerschweinchen sind kleine Nagetiere mit großen Augen, einer langen Nase, einem kurzem Hals und einem runden Körper. Sie stammen ursprünglich aus Südamerika. Von den wilden, frei lebenden Meerschweinchen stammen die Hausmeerschweinchen ab. Sie sind sehr beliebte Haustiere, weil sie ruhig und sanftmütig sind, lustig quieken und „popcornen“. Sie können sich aber leicht erschrecken und rennen dann blitzschnell davon.

Glatthaar-Meerschweinchen Glatthaar-Meerschweinchen - Foto: Tasaki FP/stock.adobe.com

Name

Meerschweinchen kommen nicht aus dem Meer und sie sind auch keine Schweine. Das Wort „Meer“ in ihrem Namen entstand, weil Seefahrer und Händler die Tiere mit ihren Schiffen mitbrachten. Das „Schweinchen“ in ihrem Namen verdanken sie ihren Lauten, die sich wie das Quieken von Schweinen anhören.

Verbreitung und Lebensraum

Wilde Meerschweinchen leben in Südamerika, genauer gesagt in den Anden, einem Gebirge das sich über Peru, Bolivien, Ecuador und Kolumbien erstreckt. Die meisten Arten bevorzugen offene Graslandschaften, Savannen und Wälder. Es gibt aber auch Ausnahmen. Einige Arten wie der Pampashase leben auch in trockenen Gebieten. Das Capybara lebt in tropischen Regenwäldern, Sümpfen und an Flussufern.

Wilde Meerschweinchenarten Wilde Meerschweinchenarten - Fotos (v.l.o.n.r.u.): Pablo Bombín [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons, Anneke/stock.adobe.com, Vassil [Public domain, via Wikimedia Commons, Cullen Hanks [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

Arten

Wilde Meerschweinchen

Es gibt etwa 20 Arten von Meerschweinchen, zum Beispiel das Wildmeerschweinchen, Riesenmeerschweinchen, Wieselmeerschweinchen, Zwergmeerschweinchen und Glanzmeerschweinchen. Auch der Pampashase ist ein Meerschweinchen – auch wenn der Name vermuten lässt, dass er ein Hase ist. Das größte Meerschweinchen ist das Capybara, auch Wasserschwein genannt.

Haustiere

Meerschweinchen sind uns vor allem als Haustiere bekannt. Sie wurden bereits 5.000 v. Chr. bis 2000 v. Chr. als Nutztiere für die Fleisch und Pelz domestiziert. Um 500 v. Chr. hielten die Menschen vermutlich die ersten Hausmeerschweinchen. Heute gibt es durch Zucht um die 20 Meerschweinchenrassen. Ihr Fell ist unterschiedlich lang, lockig oder glatt, mit Wirbeln und ohne Wirbel.

Lebensweise

Meerschweinchen sind tagaktiv und leben in festen sozialen Gruppen. Sie verbringen die meiste Zeit damit, nach Gräsern, Kräutern und anderen Pflanzen zu suchen. Ein Teil der Gruppe hält immer Ausschau nach Feinden – um die Gruppe rechtzeitig zu warnen.

Meerschweinchen Körperbau und Aussehen Meerschweinchen Körperbau und Aussehen - Foto: BunionBear/Shutterstock

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Hausmeerschweinchen werden 20-35 cm groß und wiegen 700 g bis 1,2 kg. Sie sind deutlich größer und schwerer als die meisten frei lebenden Meerschweinchen. Es gibt jedoch Ausnahmen. Der Pampashase wird 60-75 cm groß und wiegt 8-16 kg. Das größte Meerschweinchen ist das Capybara. Es wird auch Wasserschwein genannt. Es ist 100-134 lang und wiegt bis zu 75 kg. Es ist gleichzeitig auch das größte Nagetier der Welt.

Nachwachsende Zähne

Die Zähne von Meerschweinchen wachsen ihr ganzes Leben lang. Innerhalb einer Woche wachsen sie bis zu 1,5 mm, im Monat sind es bis zu 6 mm. Die Zähne nutzen sich beim Nagen auf natürliche Weise ab.

Ernährung

Meerschweinchen sind Pflanzenfresser. Wild lebende ernähren sich von Gräsern, Kräutern, Blättern, Rinden, Zweige und Wurzeln. Hausmeerschweinchen bekommen als Nahrung vor allem Heu, Blattgemüse (Salat, Gurken, Paprika), Kräuter und frisches Gras.

Irish-Crested-Meerschweinchen Irish-Crested-Meerschweinchen - Foto: photo_master2000/Shutterstock

Verhalten

Popcornen

Was ist popcornen?

Hausmeerschweinchen haben ein lustiges Hobby: Sie springen mit allen vier Füßen gleichzeitig in die Luft. Bis zu 25 cm hoch! Sie sehen dabei so aus, als würden sie kleine Bocksprünge machen. Sie werden oft mit Puffmais verglichen, der gerade auf der heißen Herdplatte in die Höhe springt und aufgeht. Daher wird das lustige Herumhüpfen auch „popcornen“ genannt.

Warum popcornen Meerschweinchen?

Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie popcornen zum Beispiel, wenn sie etwas Neues entdecken und aufgeregt sind. Sie machen es aber auch aus purem Spaß und Übermut. Leckeres Futter bedeutet natürlich Spaß UND Aufregung, daher popcornen sie auch beim Fressen. Vor allem junge Tiere sieht man häufig bei diesem Hobby.

Schluckauf

Nicht nur Menschen können einen Schluckauf bekommen. Auch Hausmeerschweinchen können darunter leiden. Das passiert meistens, wenn sie sich erschrecken oder zu schnell gefuttert haben. Meistens verschwindet der Schluckauf, wenn sie sich wieder beruhigt haben.

Laute

Meerschweinchen haben eine Vielzahl von Lauten. Sie quieken vor Freude – oder wenn sie Hunger haben. Wenn sie sich wohl fühlen, gurren sie. Sie quietschen und zwitschern, wenn sie gestresst sind. Wenn sie sich bedroht fühlen, fangen sie an, mit den Zähnen zu klappern.

Schwitzen

Meerschweinchen können nicht schwitzen. Sie haben keine Schweißdrüsen. Um sich abzukühlen, legen sie sich auf kühlen Boden.

Glatthaarmeerschweinchen Glatthaarmeerschweinchen - Foto: Graffiti Guild/Shutterstock

Meerschweinchen in Zahlen:

Körpertemperatur 37,4–39,5 Grad Celsius
Atemfrequenz 100 bis 150 Züge pro Minute
Herzfrequenz 230-380 Schläge pro Minute
Junge pro Wurf 1-8 Jungtiere
Futterbedarf Täglich 6-10 g pro 100 g Körpergewicht
Wasserbedarf Täglich 10 ml pro 100 g Körpergewicht

Fähigkeiten und Sinne

Sehsinn

Die Augen befinden sich sehr weit seitlich am Kopf, so dass Meerschweinchen einen perfekten Rundumblick haben. So können sie erkennen, wenn sich ein Raubtier von hinten nähert. Außerdem können sie Bewegungen sehr gut wahrnehmen. Besonders scharf ist ihr Sicht aber nicht. Vor allem in der Dunkelheit sehen sie schlecht.

Hörsinn

Meerschweinchen haben ein sehr feines Gehör und können vor allem hohe Töne sehr gut wahrnehmen.

Geruchssinn

Meerschweinchen haben einen ausgezeichneten Geruchssinn. Sie brauchen ihn, um Futter zu finden, Artgenossen zu erkennen und sich in ihrer Umgebung (durch Duftmarken) zu orientieren.

Meerschweinchen essen Salat Meerschweinchen essen Salat - Foto: devmarya/stock.adobe.com

Lebenserwartung

In freier Wildbahn leben Meerschweinchen leben normalerweise 3-5 Jahre. Als Haustiere können sie 5-7 Jahre leben. Das älteste Hausmeerschweinchen wurde 14 Jahre und 10,5 Monate alt.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Wilde Meerschweinchen haben viele Feinde. Am Boden werden sie von Füchsen, Wildkatzen, Pumas, Mardern, Schlangen und verwilderten Hunden erbeutet. Aus der Luft droht Gefahr von Greifvögeln und Eulen.

Der Mensch

Wilde Meerschweinchen sind in Südamerika keine Haustiere, sondern Nutztiere. Während es in Europa verboten ist die Tiere zu essen, sind sie in Südamerika ein traditionelles Nationalgericht. Außerdem werden sie wegen ihres Fell getötet.

Fortpflanzung

Paarung

Meerschweinchen sind schon nach wenigen Wochen geschlechtsreif und vermehren sich sehr schnell. Wenn man sie als Haustiere hält, sollte man daher gut aufpassen, welche Geschlechter beisammen sind.

Babys

Die Babys wiegen bei ihrer Geburt 60-120 g. Sie haben bereits Fell, können sehen und nach wenigen Stunden schon laufen.

Das Meerschweinchen ist verwandt mit:

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Quellen:


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