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Pelikan

Foto: AndreAnita/Shutterstock

Steckbrief Pelikan

Größe 125-183 cm
Geschwindigkeit Bis 65 km/h
Gewicht 3,6-12 kg
Lebensdauer 15-25 Jahre
Nahrung Fische, Krabben, Schildkröten
Feinde Wildhunde, Rabenvögel (nur Eier und Küken)
Verbreitung Tropische, subtropische, gemäßigte Meere
Lebensraum See, Fluss, Brackwasser
Ordnung Ruderfüßer
Familie Pelikane
Wissenschaftl. Name Pelecanus
Merkmale Vogel mit großem Schnabel und dehnbaren Kehlsack

Merkmale und Besonderheiten

Pelikane gehören zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt. Trotz ihres Gewichts können sie überraschend weit und hoch fliegen. Die auffälligsten Merkmale dieser großen Wasservögel sind der außergewöhnlich lange Schnabel und der extrem dehnbare Kehlsack an der Unterseite. In diesen elastischen Hautsack passen bis zu 11 Liter Wasser – das ist doppelt so viel Volumen, wie ihr eigener Magen aufnehmen kann.

Brillenpelikan Brillenpelikan - Foto: Milosz Maslanka/stock.adobe.com

Arten

Die Familie der Pelikane umfasst weltweit 8 Arten: Braunpelikan, Chile-Pelikan, Graupelikan, Rötelpelikan, Nashornpelikan, Rosapelikan, Krauskopfpelikan und Brillenpelikan.

Verbreitung und Lebensraum

Pelikane kommen fast überall auf der Welt vor – außer in der Antarktis. Sie bevorzugen warmes Klima und wählen als Lebensraum vor allem die Nähe von Meeresküsten, großen Seen, Flussmündungen und Feuchtgebieten.

Lebensweise

Pelikane sind tagaktiv. Sie verbringen viel Zeit mit der Nahrungssuche. Sie sind sehr gesellig. Sie leben in Schwärmen und bilden Kolonien mit hunderten von Artgenossen. Häufig teilen sie sich ihren Lebensraum mit anderen Wasservögeln wie Flamingos und Kormoranen.

Pelikan Foto: Grzegorz/stock.adobe.com

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Der größte Pelikan ist der Krauskopfpelikan. Er hat eine Spannweite von 3,45 m und ein Gewicht von 12 kg. Nur der Andenkondor und der Wanderalbatros können seine Spannweite noch übertreffen. Besonders groß und schwer sind außerdem der Rosapelikan, der Nashornpelikan und der Brillenpelikan. Der kleinste ist der Braunpelikan.

PelikanSpannweiteGewicht
Braunpelikan bis 2,5 m bis 4,5 kg
Chile-Pelikan bis 2,48 m bis 7 kg
Graupelikan bis 2,5 m bis 5 kg
Rötelpelikan bis 2,4 m bis 7 kg
Nashornpelikan bis 3 m bis 9 kg
Rosapelikan bis 2,8 m 10-11 kg
Krauskopfpelikan bis 3,45 m 10-12 kg
Brillenpelikan bis 2,6 m bis 8,2 kg

Der Rekord-Schnabel

Den offiziellen Längenrekord im gesamten Vogelreich hält der Brillenpelikan: Sein Schnabel erreicht eine Länge von stolzen 49 cm.

Der riesige Kehlsack

• Da passt mehr hinein als in den Magen!

Im Schnabel eines Pelikans finden bis zu 11 l Wasser Platz. Genauer gesagt im Hautsack, der sich an der Kehle befindet und mit dem unteren Schnabel verbunden ist. Interessanterweise ist der Magen eines Pelikans gerade mal halb so groß.

• Wozu braucht der Pelikan einen Kehlsack?

Der dehnbare Hautsack am Unterschnabel funktioniert bei der Jagd wie ein großer Kescher oder eine Schöpfkelle. Der Vogel öffnet beim Eintauchen das Maul und „flutet“ den Sack mit Wasser. Beim Schließen läuft das Wasser seitlich wieder heraus. Die leckeren Fische bleiben übrig und landen im hungrigen Magen.

Ein Braunpelikan jagt nach Fischen Ein Braunpelikan jagt nach Fischen - Foto: Ingrid Taylar from San Francisco Bay Area - California, USA [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Ernährung

Pelikane sind Fleischfresser. Genauer gesagt Fischfresser. Ihr Appetit ist riesig: Sie müssen jeden Tag 10 % ihres Körpergewichts in Form von Fischen essen. Das sind etwa 1,2 kg. Steht nicht genug Fisch zur Verfügung, weichen sie auf Amphibien, Krebstiere und große Insekten aus. Sie sind ein bisschen wie Staubsauger: Wenn sie hungrig sind, saugen sie alles Essbare auf.

Nashornpelikan Nashornpelikan - Foto: Glass and Nature/Shutterstock

Verhalten

Jagdverhalten

• Gemeinsame Jagd in der Gruppe

Die meisten Pelikane sind Teamplayer. Um möglichst viele Fische auf einmal zu fangen, bilden mehrere Pelikane ein „U“ und schlagen mit den Flügeln auf die Wasseroberfläche, um einen Fischschwarm ins seichte Wasser zu treiben. Man könnte das auch als „Hufeisen-Taktik“ beschreiben.

• Nur der Braunpelikan ist ein Stoßtaucher

Der Braunpelikan ist der einzige, der nicht in der Gruppe jagt und keine Fische aus dem Wasser „löffelt“. Er jagt als Einzelgänger und nutzt spektakuläre Sturzflüge. Aus einer Höhe von 20 bis 30 Metern stürzt er sich direkt aus der Luft ins Meer, um Fische zu erbeuten.

Ich konnte schon mal Braunpelikane bei der Jagd beobachten. Sie schossen mit einem Affenzahn Richtung Wasseroberfläche, tauchten ein und schnalzten dann wie ein Korken wieder hoch – mit einem Fisch im Schnabel! Ich hätte stundenlang zusehen können.

Silke von tierchenwelt.de

Kleptoparasitismus

• Möwen stehlen von Pelikanen

Möwen lieben Braunpelikane. Sie landen ganz frech direkt auf dem Kopf des Pelikans und warten, bis dieser nach dem Tauchflug das Wasser aus dem Kehlsack ablaufen lässt. Sobald der Pelikan den Schnabel leicht öffnet und ein Fisch seitlich herausrutscht, schnappt die Möwe zu. Dieses Verhalten nennt man Kleptoparasitismus, von „klepto“ = „klauen“ und „parasitismus“ = „bei einem Anderen essen“. Man könnte auch sagen: Schmarotzertum durch Diebstahl.

• Pelikane stehlen von Kormoranen

Was Möwen können, können auch Krauskopfpelikane. Sie lauern Kormoranen an der Wasseroberfläche auf. Taucht ein Kormoran mit seiner Beute auf, wird er vom Pelikan so heftig bedrängt, geschüttelt oder unter Wasser gedrückt, bis er sie panisch fallen lässt.

Rosapelikan Rosapelikan - Foto: Volodymyr Burdiak/Shutterstock

Fähigkeiten und Sinne

Sie können ihren Kehlsack umstülpen

Um sich abzukühlen (Thermoregulation) oder Fischgräten loszuwerden, beherrschen Pelikane ein merkwürdig aussehendes Verhalten: Sie legen den Kopf in den Nacken, öffnen den Schnabel und drücken ihren Hals gegen die Innenseite des Hautsacks. Sie drehen den Kehlsack wie ein Kleidungsstück „auf links“.

Pelikane fliegen weite Strecken

Pelikane sind so etwas wie Langstreckenflugzeuge! Sie nutzen die Thermik (aufsteigende, warme Luft) optimal aus und können daher ohne Pause ganze 24 Stunden am Stück fliegen. Dabei erreichen sie eine Geschwindigkeit von bis zu 56 km/h und legen bis zu 500 km zurück.

Pelikane fliegen überraschend hoch

Dank ihrer speziellen, hohlen und extrem leichten Knochen können die schweren Vögel eine beeindruckende Flughöhe von über 3.000 Metern erreichen.

Pelikane können weite Strecken fliegen Pelikane können weite Strecken fliegen - Foto: Jordan Feeg/stock.adobe.com

Lebenserwartung

Die durchschnittliche Lebenserwartung in freier Wildbahn liegt bei 15 bis 25 Jahren.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Erwachsene Pelikane haben kaum Feinde – außer Jaguare, Leoparden, Krokodile, Alligatoren sowie freilaufende Hunde. Die größte Gefahr besteht für ihre Eier und ihre Küken. Sie werden von Vögeln wie Seeadlern, Milanen, Möwen und Krähen erbeutet. Auch Säugetiere wie Füchse, Schakale, Waschbären, und Wildschweine plündern die Nester.

Der Mensch

• Umweltgifte

Der Braunpelikan wäre beinahe in den 1960er Jahren wegen des Pflanzenschutzmittels DDT ausgestorben (ebenso wie der Wanderfalke!). Das Insektizid machte die Schalen der Eier so dünn, dass die Küken nicht überleben konnten. Zum Glück konnte sich der Bestand durch ein Verbot von DDT wieder erholen.

• Fischerei

Pelikane verheddern sich häufig in abgerissenen oder weggeworfenen Angelschnüren oder Netzen und ertrinken.

Pelikan Foto: AndreAnita/Shutterstock

Bedeutung für das Ökosystem

Pelikane sind die „Gesundheitspolizei“ im Wasser. Sie erbeuten oft kranke, schwache oder langsame Tiere. Sie tragen auf diese Weise dazu bei, dass sich Krankheiten und Parasiten nicht so schnell ausbreiten.

Fortpflanzung

Paarungszeit und Balz

Sie beginnt in den gemäßigten Klimazonen meist im Frühjahr, in tropischen Regionen ist sie oft ganzjährig oder von der Regenzeit abhängig. Das Männchen wirbt mit auffälligen Bewegungen, Dehnen des Schnabels und dem Vorzeigen des bunt gefärbten Kehlsacks. Wenn sich ein Paar gefunden hat, bleibt es für die Brutsaison zusammen. Im nächsten Jahr suchen sie sich meistens neue Partner.

Nestbau und Eiablage

Pelikan nisten auf dem Boden oder auf Bäumen und in Sträuchern. Das Nest besteht aus Zweigen, Schilf und Gräsern. Das Weibchen legt meist 2-3 weiße Eier. Beide Elternteile wechseln sich beim Brüten ab. Die Brutzeit beträgt etwa 30-36 Tage.

Brüten mit den Füßen

Pelikane haben keinen „Brutfleck“ (nackte Hautstellen am Bauch). Sie wärmen die Eier, indem sie sich mit ihren großen, warmen Schwimmhäuten der Füße daraufstellen.

Aufzucht

Die Küken kommen nackt und blind zur Welt. Sie werden von beiden Eltern mit vorverdautem Fischbrei aus dem Kehlsack gefüttert. Nach 10-12 Wochen sind die Jungvögel flügge.


Der Pelikan ist verwandt mit:

  • Hammerkopf
  • Ibis
  • Löffler
  • Reiher
  • Schuhschnabel

Weitere Tiere im Lebensraum:


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Quellen:

  • Aktualisiert am

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