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Schweinswal

Schweinswale haben im Gegensatz zu Delfinen eine kurze Nase - Foto: AVampireTear [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Steckbrief Schweinswal

Größe 1,6 bis 2 m
Geschwindigkeit Bis zu 25 km/h
Gewicht 50-75 kg
Lebensdauer 12-15 Jahre
Nahrung Fische, Tintenfische, Kalmare
Feinde Weißer Hai, Hammerhai, Blauhai, Orca
Verbreitung Nördliche Erdhalbkugel
Lebensraum Flaches Meer, Meeresbuchten, Küste, Fjorde
Ordnung Wale
Unterordnung Zahnwale
Familie Schweinswale
Wissenschaftl. Name Phocoena phocoena
Merkmale Delfin-ähnlicher Wal mit rundem Kopf und kurzer Schnauze

Merkmale und Besonderheiten

Schweinswale sind kleine Wale. Obwohl sie Delfinen zum Verwechseln ähnlich sehen, sind sie enger mit dem Narwal und dem Belugawal verwandt. Wenn sie auftauchen, machen sie keine Fontäne, sondern einen charakeristischen Laut: ein dumpfes „puuh“, „pffft“, „fcht“ oder „tschf“. Es klingt ganz ähnlich wie ein kurzes, tiefes Niesen. Der Gewöhnliche Schweinswal ist der einzige Wal in der Ostsee. Leider ist er dort vom Aussterben bedroht. Um ihn geht es in diesem Steckbrief.

Schweinswal Schweinswal - Foto: Ecomare/Sytske Dijksen [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Arten

Es gibt sieben Arten: Gewöhnlicher Schweinswal, Kalifornischer Schweinswal (Vaquita), Burmeister-Schweinswal, Östlicher Glattschweinswal, Glattschweinsal, Weißflankenscheinswal und Brillenschweinswal.

Name

Wissenschaftlicher Name

Der wissenschaftliche Name des Gewöhnlichen Schweinswals lautet Phocoena phocena. Auf Deutsch bedeutet das „Kleine Robbe“, denn er hat einen großen, runden Kopf und eine kurze Schnauze.

Auf Englisch

Auf Englisch heißt der Gewöhnliche Schweinswal „harbor porpoise“. Er wird umgangsprachlich auch „puffin pig“ genannt, also in etwa „Pustendes Schwein“. „to puff“ heißt auf Deutsch „pusten“ und „pig“ heißt Schwein – weil porpoise auf das lateinische Wort „porcus“ für „Schwein“ zurückgeht.

Verbreitung und Lebensraum

Der Gewöhnliche Schweinswal ist der einzige Wal, der das ganze Jahr über in Ostsee lebt. Seine Verbreitung ist aber nicht auf die Ostsee beschränkt. Er kommt in den Meeren auf der gesamten Nordhalbkugel vor, also im Nordatlantik und Nordpazifik. Er mag flache Gewässer, die nicht tiefer als 200 m sind. Deshalb kann man ihn entlang der Küsten sehr gut beobachten. Zum Beispiel in Deutschland, Dänemark, Niederlande, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Polen, Island, Grönland und Kanada.

Lebensweise

Schweinswale sind sozial, leben aber meistens in ganz kleinen Gruppen von 2-3 Tieren. Sie können aber auch Gruppen von bis zu 20 Tieren bilden. Im Gegensatz zu Delfinen sind sie eher ruhig und springen nur selten aus dem Wasser.

Schweinswal Körperbau und Aussehen Schweinswal Körperbau und Aussehen - Illustration

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Der Gewöhnliche Schweinswal ist 1,6-2 m lang und sein Gewicht beträgt 50-75 kg.

Nase

Am einfachsten lassen sich Schweinswale und Delfine anhand ihrer Nase unterscheiden. Während Delfine lange, dünne Nasen haben, haben Schweinswale eine sehr kurze, runde Nase.

Flossen

Im Gegensatz zu Delfinen haben Schweinswale viel kürzere Flossen. Die Brustflossen sind rundlicher, die Schwanzflosse dicker und die Rückenflosse ist dreieckig.

Farbe

Schweinswale haben einen dunkelgrauen Rücken und einen hellgrauen Bauch.

Zähne

Schweinswale haben – im Gegensatz zu Delfinen – viel weniger Zähne. Außerdem sind sie anders geformt. Sie sind eher dreieckig anstatt schmal und spitz. Sie helfen ihnen, auch eher „glitschige“ Beutetiere wie Tintenfische festzuhalten.

Ernährung

Schweinswale sind Fleischfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Heringen, Kabeljau und Seelachs. Sie essen aber auch Tintenfische, Kalmare und Krebstiere.

Schweinswal Schweinswal - Foto: National Park Service [Public Domain ], via Wikimedia Commons

Verhalten

Immer auf der Jagd

Schweinswale brauchen pro Tag 4-5 kg Nahrung – also etwa 10 % ihres Körpergewichts. Das ist für ihre Körpergröße sehr viel, aber schließlich sind die Meere, in denen sie leben sehr kalt. Sie benötigen daher sehr viel Energie, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Außerdem ist ihre Fettschicht (auch „Blubber“ genannt) im Gegensatz zu anderen Walen viel dünner.

Sinne und Fähigkeiten

Tauchen

Schweinswale können bis zu 180 m tief tauchen.

Echoortung

Schweinswale nutzen Echoortung, um sich zurechtzufinden und Beutetiere aufzuspüren. Sie erzeugen Laute und senden sie in verschiedene Richtungen. Wenn sie auf ein Tier oder einen Felsen treffen, werden sie zu ihm zurückgeworfen. So weiß der Schweinswal selbst bei schlechter Sicht, wo er sich befindet und, ob es in der Nähe Beutetiere gibt.

Geschwindigkeit

Der Gewöhnliche Schweinswal ist ein schneller Schwimmer: Er kann Geschwindigkeiten von bis zu 25 km/h erreichen.

Schweinswal Schweinswal - Foto: Erik Christensen [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Lebenserwartung

Schweinswale können über 20 Jahre alt werden. Die meisten werden jedoch höchstens 12-15 Jahre alt, weil sie in Fischernetzen verenden oder durch Umweltverschmutzung krank werden.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Der Gewöhnliche Schweinswal hat nur wenige natürliche Feinde: den Weißen Hai, den Hammerhai, den Blauhai und den Orca.

Der Mensch

Die größte Gefahr geht vom Menschen aus.

Fischernetze

Jährlich verenden tausende in Fischernetzen, weil sie sich verfangen und ertrinken. In der Ostsee ist er deshalb sogar vom Aussterben bedroht – obwohl er dort gar keine natürlichen Feinde hat. Du kannst den Schweinswalen helfen, indem du weniger Fisch isst. Jede pflanzliche Mahlzeit bedeutet weniger Tierleid.

Lärm

Die Auswirkungen von Lärm werden stark unterschätzt. Gerade unter Wasser sind Geräusche sehr laut und werden viele Kilometer weit transportiert. Stell dir vor, du musst den ganzen Tag Kopfhörer tragen und jemand spielt dir in voller Lautstärke Techno oder Heavy Metal vor. Wie unterhältst du dich mit anderen Menschen und wie konzentriert wärst du, wenn du über eine stark befahrene Straße gehst? So in etwa ist das für Meerestiere. Sie haben Schwierigkeiten, sich mit Artgenossen zu verständigen und sind ein leichtes Ziel für Raubtiere.

Umweltverschmutzung

Die Ostsee gilt als eines der dreckigsten Meere weltweit. Das Hauptproblem ist die Überdüngung durch die Landwirtschaft (hauptsächlich für den Anbau von Futter für die Nutztierhaltung). Außerdem ist das Wasser mit Schadstoffen wie Schwermetallen und Chemikalien verschmutzt.

Gefährdungsstatus

Der Gewöhnliche Schweinswal gilt nicht als gefährdet, allerdings ist er in der Ostsee vom Aussterben bedroht. Der am stärksten gefährdete Schweinswal ist der Vaquita. Er lebt im Golf von Kalifornien. Laut einer Zählung der IUCN aus dem Jahr 2022 gibt es nur noch 18 Tiere.

Schweinswal Schweinswal - Foto: Ben Phalan [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

Fortpflanzung

Schweinswale paaren sich das ganze Jahr über. Die Tragzeit beträgt 10-11 Monate. Es kommt immer nur ein Baby zur Welt. Es wird etwa acht Monate gesäugt. Mit 24 Monaten ist es selbstständig, bleibt aber 3-6 Jahre lang bei ihr. Auch danach sind sich Kuh und Kalb sehr nahe. Sie haben ihr Leben lang eine besonders enge Beziehung.

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Quellen:


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