Kiwi
Steckbrief Kiwi
| Größe | 35-65 cm |
| Geschwindigkeit | 10-15 km/h |
| Gewicht | 1,3-3,3 kg |
| Lebensdauer | 25-50 Jahre |
| Nahrung | Regenwürmer, Insekten, Tausendfüßer, Beeren |
| Feinde | Marder, Hunde, Wiesel, Katzen |
| Lebensraum | Neuseeland |
| Ordnung | Laufvögel |
| Familie | Kiwis |
| Wissenschaftl. Name | Apteryx |
| Merkmale | Kleinster Laufvogel, legt große Eier |
Merkmale und Besonderheiten
Der Kiwi ist ein kleiner Laufvogel, der ausschließlich in Neuseeland heimisch ist. Zu seinen besonderen Merkmalen gehören seine extrem kurzen Flügel, an deren Enden sich sogar winzige Krallen befinden, sowie sein langer, schmaler Schnabel. Obwohl er ein Vogel ist, besitzt er überraschend viele Merkmale von Säugetieren: Seine Knochen sind nicht hohl, sein Gefieder fühlt sich eher wie weiches Fell an und an der Schnabelbasis hat er empfindliche Tasthaare. Bekannt ist er außerdem dafür, im Verhältnis zu seiner Körpergröße riesige Eier zu legen. Zusammen mit dem Kakapo ist der Kiwi einer der bekanntesten und beliebtesten Vögel Neuseelands.
Name
Ist das eine Frucht? Braun und klein und innen drin grün – halt, Moment! Kiwi kann ja auch die Bezeichnung für einen Vogel sein! Bei dem Namen denken wir eher an die Frucht, weil sie bei uns im Supermarkt häufig zu finden ist. Das Tier wurde jedoch nicht nach der Frucht benannt, sondern die Frucht nach ihm. Seinen Namen hat er von seinem schrillen Ruf: „Ke-weee, Ke-weee“!
Entwicklung
Der Kiwi ist eine der ältesten Vogelarten der Erde. Seine Vorfahren entwickelten sich bereits vor über 30 Millionen Jahren.
Lebensraum
Kiwis leben in Neuseeland. Sie bevorzugen Wälder mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und einem sehr lockeren Boden, in dem sie leicht nach Nahrung graben können.
Lebensweise
Kiwis sind nachtaktive Vögel. Sie bleiben ihr Leben lang mit ihrem Partner zusammen und bilden kleine Familien.
Körperbau und Aussehen
Aussehen
Der Kiwi hat einen runden Körper, einen schmalen, langen Schnabel, kräftige Füße, kurze Flügel, „Schnurrhaare“ im Gesicht und ein braun-graues Gefieder, das eher an dichtes Fell erinnert.
Größe und Gewicht
Kiwis werden 35-65 cm lang und wiegen 1,2-3,3 kg. Die Weibchen sind dabei deutlich größer und schwerer als die Männchen.
Langer Schnabel
Der schmale Schnabel ist 7-20 cm lang.
Nasenlöcher
Bei den meisten Vögeln sitzen die Nasenlöcher am Schnabelansatz – also dort, wo der Schnabel am Kopf festgewachsen ist. Bei den Kiwis ist das anders: Bei ihnen befinden sich die Nasenlöcher ganz vorne an der Spitze ihres langen Schnabels. Wenn Erde in seine Nasenlöcher gerät, kann er diese mit einem gezielten „Niesen“ freipusten.
Schwere Knochen
Kiwis haben sehr schwere Knochen. Für gewöhnlich sind die Knochen von Vögeln innen hohl, um beim Fliegen Gewicht zu sparen. Bei den Kiwis ist das anders: Ihre Knochen sind innen mit Knochenmark gefüllt – genau wie bei uns Säugetieren. Das Knochenmark ist das weiche Gewebe im Inneren des Knochens, das neue Blutkörperchen herstellt.
Kurze Flügel
Die Flügel des Kiwis sind kaum länger als 5 cm. Sie sind so kurz, dass er nicht fliegen kann. Deshalb konnte er sich aus eigener Kraft auch nie in anderen Ländern verbreiten.
Fledermaus-Krallen
Kiwis haben kleine Krallen an ihren Stummelflügeln – ganz ähnlich wie Fledermäuse. Da sie sich unter den borstigen Federn befinden, kann man sie mit bloßem Auge nicht sehen.
Kleine Augen
Von allen Vögeln haben Kiwis – gemessen an ihrer Körpergröße – die kleinsten Augen.
Körpertemperatur
Kiwis haben eine sehr niedrige Körpertemperatur. Sie liegt im Gegensatz zu anderen Vögeln nur bei etwa 38 Grad Celsius statt bei den üblichen 42 Grad.
Verhalten
Futter suchen mit dem Schnabel
Kiwis brauchen ihren Schnabel vor allem, um Futter aufzuspüren. Sie stecken ihn tief in die Erde und stochern nach Insekten und Larven. Wer in Neuseeland etwa 15 cm tiefe, schmale Löcher im Boden sieht, weiß: Hier war ein Kiwi unterwegs!
Kiwis können angriffslustig sein
Obwohl der Kiwi unglaublich niedlich aussieht, kann er ganz schön angriffslustig werden. Um ein Männchen zu reizen, reicht es manchmal schon, seinen Ruf „Ke-weee“ nachzuahmen – schon kommt er angerannt, um sein Revier zu verteidigen. Aufgepasst: Weglaufen klappt nicht, denn er kann schneller laufen als ein Mensch!
Schrille Laute
Kiwis haben eine sehr schrille und laute Stimme. Sie rufen vor allem nachts, um ihr Revier zu markieren. Ihre Rufe sind bis zu 5 km weit zu hören und klingen wie ihr Name: „Ke-weee, Ke-weee“.
Sinne und Fähigkeiten
Sehsinn
Kiwis sehen sehr schlecht. Sie brauchen ihren Sehsinn aber auch nicht unbedingt, denn sie sind vor allem in der Dunkelheit unterwegs.
Geruchssinn
Kiwis gehören zu den wenigen Vögeln mit einem hervorragenden Geruchssinn. Da sich die Nasenlöcher an der Schnabelspitze befinden, können sie Insekten und Würmer tief unter der Erde erriechen – ganz ohne sie zu sehen.
Hörsinn
Kiwis können ausgezeichnet hören. Zudem besitzen sie empfindliche Tasthaare am Schnabelansatz, mit denen sie sich nachts orientieren - ähnlich wie die Schnurrhaare einer Katze.
Lebenserwartung
In freier Wildbahn können Kiwis erstaunlich alt werden: Sie erreichen oft ein Alter von 25-50 Jahren.
Feinde und Bedrohungen
Natürliche Feinde
Der Kiwi hatte ursprünglich nur einen einzigen natürlichen Feind: den Lachkauz. Diese neuseeländische Eule ist jedoch leider ausgestorben.
Eingeführte Raubtiere
Die Einführung von Hunden, Katzen, Wieseln und Mardern durch den Menschen hat die Tierwelt in Neuseeland stark aus dem Gleichgewicht gebracht. Früher gab es auf den Inseln keine bodenlebenden Raubsäugetiere. Die einheimischen Vögel hatten daher keine Flucht- oder Verteidigungsstrategien gegen sie entwickelt. Aus diesem Grund sind heute bereits über 40 % der einheimischen Vogelarten ausgestorben. Auch um den Kiwi steht es schlecht.
Kiwis stehen unter besonderem Schutz
Kiwis gelten als gefährdete Tierart und stehen seit 1921 unter strengem Schutz. Schätzungen zufolge gibt es derzeit noch etwa 68.000 Tiere. Um sie zu retten, werden viele Küken in geschützten Reservaten aufgezogen oder auf raubtierfreie Inseln umgesiedelt. Auch der seltene Kakapo-Papagei wird mit ähnlichen Schutzprojekten gerettet.
Fortpflanzung
Bruthöhle
Der Kiwi baut kein klassisches Nest in Bäumen. Er brütet in selbst gegrabenen Höhlen im Boden, unter Wurzeln oder in hohlen Baumstämmen.
Eier
• Größe
Von allen Vögeln legen Kiwis die schwersten Eier im Vergleich zu ihrem eigenen Körpergewicht. Das Ei wird bis zu 13 cm lang, 8 cm breit und wiegt bis zu 450 Gramm. Ein einziges Ei kann bis zu 20 % des Körpergewichts der Mutter ausmachen!
• Nahrungsbedarf
Um ein so gewaltiges Ei im Körper heranzubilden, muss das Weibchen vor der Eiablage dreimal so viel essen wie normal. Kurz vor dem Legen nimmt das Ei so viel Platz im Bauch ein, dass der Magen zusammengedrückt wird und das Weibchen einige Tage lang fasten muss.
Brutdauer
Bei den meisten Kiwi-Arten übernimmt das Männchen fast ganz allein das Brüten. Es dauert 63-92 Tage, bis die Küken schlüpfen – das ist für Vögel eine ungewöhnlich lange Zeit.
Schlüpfen
Die Küken haben keinen Eizahn (einen kleinen, harten Höcker auf der Schnabelspitze, mit dem andere Vogelküken ihre Schale durchpicken). Sie zerbrechen die dicke Eischale stattdessen, indem sie kräftig mit ihren starken Beinen dagegen treten.
Küken
Die Küken haben bei ihrer Geburt bereits Federn und sind sofort selbstständig. Schon nach wenigen Tagen verlassen sie die Höhle. Allerdings sterben leider bis zu 90 % der wilden Küken in ihren ersten sechs Lebensmonaten durch eingeschleppte Raubtiere.
Fun Facts
Kiwis sind in Neuseeland sehr beliebt
Die Neuseeländer mögen den Vogel so sehr, dass sie sich selbst liebevoll „Kiwis“ nennen. Das Tier ist das inoffizielle Nationalsymbol des Landes: Vom Markenlogo der Schuhcreme „Kiwi Shoe Polish“ über Briefmarken bis hin zur nationalen „Kiwibank“ ist der Vogel überall zu finden. Aus Liebe zu dem Tier wurde in den 1950er-Jahren sogar eine chinesische Frucht umbenannt, die wir heute alle kennen: die Kiwi-Frucht!
Der Kiwi ist verwandt mit:
- Emu
- Kasuar
- Nandu
- Strauß
Weitere Tiere im Lebensraum:
- Kakapo
- Kea
- Brückenechse
- Seebär
Quellen:
- The Kiwi: A Case of Compensating Divergences From Allometric Predictions (https://link.springer.com)
- Kiwi forego vision in the guidance of their nocturnal activities (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- Ancient DNA reveals elephant birds and kiwi are sister taxa and clarifies ratite bird evolution (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- ROLE OF PREDATION IN THE DECLINE OF KIWI, APTERYX SPP., IN NEW ZEALAND (https://www.jstor.org)
- Kiwi (https://www.doc.govt.nz)
- Aktualisiert am



























