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Breitschwanzelfe

Männliche Breitschwanzelfe Männliche Breitschwanzelfe - Foto: Dec Hogan/Shutterstock

Steckbrief Breitschwanzelfe

Größe 83-97 mm (12-14 cm Spannweite)
Geschwindigkeit Bis 48 km/h
Gewicht 3-4 g
Lebensdauer 3-5 Jahre
Nahrung Nektar, Insekten
Feinde Falken, Schlangen, Echsen
Verbreitung Texas, Utah, Arizona, Nevada, Wyoming, Colorado, Mexiko
Lebensraum Offene Wälder
Ordnung Seglervögel
Familie Kolibris
Wissenschaftl. Name Selasphorus platycercus
Merkmale Einer der kleinsten Kolibris

Merkmale und Besonderheiten

Die Breitschwanzelfe ist ein Kolibri, der sich von anderen deutlich unterscheidet. Mit seinen Flügeln erzeugt er im Schwirrflug ein einzigartiges, metallisches „Trillern“. Außerdem ist er ein echter Berg-Profi. Er fühlt sich sogar in 3.000 m Höhe wohl. Auch die eisige Kälte macht ihm nichts aus. Obwohl er so winzig ist, ist er sehr mutig und verteidigt sein Zuhause erbittert. Namensgebend sind die besonders breiten Schwanzfedern.

Weibliche Breitschwanzelfe Weibliche Breitschwanzelfe - Foto: Takahashi Photography/Shutterstock

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitung

Die Breitschwanzelfe ist ein „Nord-Süd-Reisender“. Im Sommer lebt sie im Westen der USA. Dort kommt sie am häufigsten in den Rocky Mountains vor. Sie ist in allen westlichen Bundesstaaten zu finden: Colorado, Texas, Utah, Arizona, Nevada und Wyoming. Die größte Chance, sie zu sehen, ist von April bis September. Wenn der erste Frost die Blüten in den Rocky Mountains hat absterben lassen und der Winter Einzug hält, zieht sie Richtung Süden - nach Mexiko und Guatemala.

Lebensraum

Breitschwanzelfen bevorzugen offene Waldgebiete mit Kiefern, Eichen, Zypressen, Tannen sowie Sträuchern und Büschen, die Blüten tragen.

Lebensweise

Breitschwanzelfen sind tagaktiv. Mit etwa einem Jahr sind die kleinen Kolibris geschlechtsreif und beginnen mit der Suche nach einem Partner. Allerdings finden sie nur zur Paarungszeit zueinander. Die restliche Zeit sind sie Einzelgänger.

Breitschwanzelfe-Kolibri Aussehen und Körperbau Breitschwanzelfe-Kolibri Aussehen und Körperbau - Foto: Dec Hogan/Shutterstock

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Breitschwanzelfen haben eine Körperlänge von 83-97 mm und eine Spannweite von 12-14 cm. Sie wiegen nur 3-4 g.

Schwanzfedern

Die Breitschwanzelfe ist leicht von anderen Kolibris zu unterscheiden, weil sie besonders breite Schwanzfedern besitzt.

Augen

Charakteristisch für die Tierart ist auch der weiße Augenring.

Männliche Kolibris

Bei den männlichen Tieren leuchten die Federn an der Kehle in einem wunderschönen Pink oder Rubinrot.

Weibliche Kolibris

Die Weibchen haben gepunktete Backen. Ihr Gefieder ist eher unauffällig. Die Federn besitzen sanfte Pastellfarben in Grün und Braun.

Breitschwanzelfe - Unterschied zwischen Männchen und Weibchen Breitschwanzelfe - Unterschied zwischen Männchen und Weibchen - Foto: lwolfartist (links) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons, Michelle Lynn Reynolds (rechts) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Anpassung an den Lebensraum

Die Breitschwanzelfe ist der einzige Kolibri, der in Höhen von bis zu 3.000 m lebt. Er ist an die extrem dünne Luft und die niedrigeren Temperaturen angepasst:

  • Torpor (Kältestarre): hilft die kalte Nacht zu überstehen
  • Große Flügel: erzeugt mehr Auftrieb bei dünner Luft
  • Großes Herz: leitet den wenigen Sauerstoff besser durch den Körper
  • Dichtes Federkleid: gegen die Kälte
  • Besonderes Hämoglobin (Protein im Blut): kann bei dünner Luft den Sauerstoff besser aufnehmen

Ernährung

Die Breitschwanzelfe ist ein Pflanzenfresser. Genauer gesagt: ein Nektarfresser. Sie ernährt sich hauptsächlich von Blütennektar. Außerdem isst sie manchmal winzige Spinnen oder Insekten wie Mücken Fliegen und Blattläuse.

Breitschwanzelfen lieben tiefe, rote Blüten Breitschwanzelfen lieben tiefe, rote Blüten - Foto: Susan Hodgson/stock.adobe.com

Verhalten

Besondere Vorliebe für Rot

Breitschwanzelfen sehen am liebsten Rot, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Sie fliegen am liebsten rote Blüten mit tiefer Öffnung an. Sie sind für Insekten aufgrund ihrer langen Röhrenform schwer zugänglich, aber für den Kolibri – und seine lange Zunge – eine ideale Nahrungsquelle.

Ausgeprägtes Revierverhalten

Trotz ihres geringen Gewichts von nur 3-4 g sind sie sehr mutig und verteidigen ihre Futterquellen aggressiv gegen Artgenossen und sogar gegen deutlich größere Vögel.

Wanderungen

Breitschwanzelfen legen jedes Jahr weite Strecken zurück. Diejenigen, die im Sommer in den USA (z. B. Colorado, Wyoming) brüten, wandern zum Überwintern tausende Kilometer weit in das Hochland von Mexiko und Guatemala.

Männliche Breitschwanzelfe Männliche Breitschwanzelfe - Foto: M. Leonard Photo/stock.adobe.com

Sinne und Fähigkeiten

Trillerndes Fluggeräusch

Wie entsteht es?

Männliche Breitschwanzelfen machen beim Fliegen ein metallisches, schrillendes, trillerndes Geräusch. Es ähnelt dem Zirpen von Heuschrecken! Es entsteht in ihren Flügelspitzen, und zwar, wenn die Luft auf bestimmte Weise durch sie strömt und die Spitzen in Schwingung versetzt.

Ganz schön laut!

Das Trillern ist für andere Männchen sogar noch in 50 m Entfernung zu hören. Weibchen haben offensichtlich bessere Ohren: Sie können es auch noch wahrnehmen, wenn sie 75 m weit weg sind. Nach dem Sommer sind die Flügelspitzen abgenutzt, weshalb das Geräusch dann leiser oder gar nicht mehr zu hören ist. Die Federn wachsen aber bis zur Brutsaison im nächsten Frühjahr nach.

Meister der Höhe

Diese Kolibris sind wahre Höhenkünstler. Während viele andere Vögel bei Kälte in tiefere Lagen ziehen, sind Breitschwanzkolibris in den Rocky Mountains oft in Höhen von bis zu 3.000 m und mehr anzutreffen.

Torpor (Kältestarre)

Um die kalten Nächte in den Bergen zu überleben, verfallen Breitschwanzelfen in eine Kältestarre. Sie senken ihre Körpertemperatur von 39-40° C auf 17-12,2° C ab. Ihr Herzschlag, ihre Atmung und Stoffwechselrate verlangsamen sich. Auf diese Weise sparen sie bis zu 60-90 % Energie.

Auf der Flucht vor der kalten Luft

Auf 3.000 m Höhe gibt es immer wieder Täler, in denen sich kalte Luft sammelt, während es weiter oben wärmer ist. Diese Besonderheit wird „Inversionswetterlage“ genannt (vom lateinischen „inversio“ für „Umkehrung“). Weibchen kommen mit der Kälte zurecht, weil sie im warmen Nest gut geschützt sind. Aber was machen die Männchen? Sie fliegen für die Nacht nach oben, wo die Luft wärmer ist. Dadurch können sie 15 % Energie einsparen.

Weibche Breitschwanzelfe Weibche Breitschwanzelfe - Foto: Donya Nedomam/Shutterstock

Lebenserwartung

Normalerweise beträgt die Lebensdauer der Breitschwanzelfe nur etwa 2 Jahre. Im Jahr 1976 erhielt ein weibliches Tier in Colorado (USA) einen kleinen Ring zur Kennzeichnung (das nennt man „einen Vogel beringen“) und wurde 1987 erneut eingefangen! Die Breitschwanzelfe lebte mindestens 12 Jahre und hält damit den Rekord als ältester Kolibri.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Der größte Feind der Breitschwanzelfe sind der Eckschwanzsperber und der Diademhäher. Der Sperber erbeutet die erwachsenen Tiere und der Häher plündert die Nester.

Der Mensch

Laut einer Schätzung der IUCN aus dem Jahr 2022 gibt es etwa 10.000.000 erwachsene Tiere. Daher gilt die Breitschwanzelfe nicht als gefährdet.

Weibliche Breitschwanzelfe im Nest mit ihren Küken Weibliche Breitschwanzelfe im Nest mit ihren Küken - Foto: Bill Ratcliff [Public Domain], via Wikimedia Commons

Fortpflanzung

Breitschwanzelfen brüten im Alter von einem Jahr zum ersten Mal. Nachdem sie sich gepaart haben, baut das Weibchen ein becherförmiges Nest und legt zwei Eier. Das Männchen beteiligt sich nicht weiter. Nach einer Brutzeit von 16-19 Tagen kommen die Küken zur Welt. Das Nest wird bereits nach zwölf Tagen zu klein, weshalb die Mutter nachts neben dem Nest schlafen muss. Nach insgesamt 25 Tagen verlassen die kleinen jungen Kolibris das Nest.


Die Breitschwanzelfe ist verwandt mit:

  • Feuerkehlelfe
  • Grünrücken-Zimtelfe
  • Orangekehlelfe
  • Rotrücken-Zimtelfe
  • Sternelfe
  • Vulkanelfe

Weitere Tiere im Lebensraum:

  • Diademhäher
  • Eckschwanzsperber
  • Hörnchen
  • Hüttensänger
  • Maultierhirsch
  • Murmeltier
  • Pfeifhase
  • Rotrücken-Kolibri
  • Tannenhäher

Quellen:

  • Aktualisiert am

Alle Kolibris und Segler im Überblick


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