8 Merkmale und Fähigkeiten, die den Pottwal zum Meister der Tiefsee machen
Tauche ein in die Welt des größten Zahnwals und entdecke seine einzigartigen körperliche Merkmale und Fähigkeiten!
Der Pottwal ist ein faszinierendes Tier – allein schon wegen seines ungewöhnlichen Aussehens. Und wegen seiner echt schrägen Verhaltensweisen – zum Beispiel schläft er manchmal senkrecht mit dem Kopf nach oben im Wasser. Das ist aber nicht das einzige. Er hat außerdem beeindruckende Fähigkeiten, über die kein anderer Wal verfügt.
Der Pottwal gilt als das Meeressäugetier, das am tiefsten tauchen kann. Im Jahr 1969 fand man im Magen eines toten Pottwals eine bestimmte Haiart, die in besonders großen Tiefen lebt: 3.193 m. Das beweist aber letztlich nicht, dass er so tief tauchen kann. Deshalb hält der Cuvier-Schnabelwal den offiziellen Rekord: Er schafft 2.992 m.
Die Jagd ist zum Glück zwar seit 1986 verboten, trotzdem ist der Pottwal leider eine gefährdete Tierart. Selbst in der Tiefsee ist er nicht sicher. Der Grund dafür sind die vielen zurückgelassenen Fischernetze (Geisternetze), die Umweltverschmutzung und der Schiffslärm. Hinzu kommen Verletzungen durch Schiffsschrauben. Übrigens: Du kannst Pottwalen (und vielen anderen Meerestieren) ganz einfach helfen: mit weniger Fisch auf dem Teller und mehr regionalen Produkten.
1. Das schwerste Gehirn
Wow – der Pottwal hat im wahrsten Sinne des Wortes einen Quadratschädel! Er ist unglaublich breit und eckig. Und er birgt ein nicht ganz so geheimes Geheimnis: ein riesiges Gehirn. Kein anderes Tier hat ein größeres oder schwereres Gehirn – nicht einmal der Blauwal. Und das Gewicht! Sein Gehirn wiegt schlappe 9 kg. Um es dir besser vorzustellen: Halte doch einfach mal 9 Tetrapacks mit Hafermilch gleichzeitig. Ein menschliches Gehirn wiegt übrigens 1,2 bis 1,5 kg. Bei uns macht das Gehirn 2 % des Körpergewichts aus, beim Pottwal allerdings nur 0,02 %. Also im Vergleich zur Körpergewicht überraschend leicht.
2. Der Kopf macht 1/3 der Körperlänge aus
Der Pottwal wird insgesamt 10-20 m lang. Sein Kopf macht ein Drittel seiner Körperlänge aus, also etwa 3-7 m. Haha, das wäre beim Menschen doch wirklich lustig. Unser Kopf hat normalerweise etwa 12-15 % unserer Körperlänge. Bei einem erwachsenen Menschen mit 170 cm Größe sind das etwa 21-23 cm – vom Kinn bis zum Scheitel. Wenn wir so einen großen Schädel hätten wie der Pottwal, wäre unser Kopf 56 cm lang!
3. Der größte Zahnwal
Es gibt zwei Arten von Walen: Bartenwale und Zahnwale. Bartenwale fangen ihre Beute, indem sie Wasser verschlucken und durch Barten (hornähnliche, längliche Platten) heraussieben. Wie mit einem Nudelsieb. Zahnwale ernähren sich anders. Sie gehen aktiv auf die Jagd. Zu den Zahnwalen zählen Delfin, Orca, Schweinswal, Narwal, Flussdelfin – und Pottwal. Er ist der größte Zahnwal von allen.
4. Das größte Raubtier
Ahja, bei Raubtieren denkt man meistens an Landtiere, nicht wahr? Also an Eisbären, Tiger, Löwen und so weiter. Aber im Wasser gibt es auch jede Menge! Meistens kommt einem sofort der Orca in den Sinn, weil er dafür bekannt ist, ein schneller und cleverer Jäger zu sein. Das größte Raubtier im Meer ist aber der Pottwal. Er ist doppelt so groß und wiegt 3-8 Mal so viel (die Männchen sind besonders schwer) wie ein Orca.
5. Das lauteste Tier
Bitte einmal die Ohrenstöpsel suchen! Bevor wir die Lautstärke des Pottwals genauer unter die Lupe nehmen, überlegen wir doch mal, was so richtig in den Ohren schmerzt: ein Düsenjet liegt bei 120-140 dB, ein Donner (bei Gewitter) 120-160 dB und eine Rakete beim Start 165-170 dB. Natürlich nur in direkter Nähe! Ab 120 dB kann ein Geräusch Schmerzen verursachen. Und auf Dauer können bereits 85 dB das Gehör schädigen. Jetzt Achtung: Der Pottwal erzeugt Laute mit 230 dB! Es gibt dabei aber etwas zu bedenken: Unter Wasser werden Geräusche anders gemessen – wegen des Wasserdrucks. Die 230 dB sind eigentlich „nur“ 170 dB. In direkter Nähe kann dabei das Trommelfell eines Tauchers verletzt werden. Bei den Lauten handelt es sich übrigens um „Klicks“. Er setzt Echoortung ein, um seine Beute zu finden.
6. Die kürzesten Brustflossen
Ist das nicht niedlich? Der Pottwal hat so einen riesigen, eckigen Schädel und gleichzeitig super kurze Flossen. Sie werden nur 1,5 m lang. Kein anderer Wal hat so kurze Brustflossen. Sie machen nur 10 % seiner Körperlänge aus. Hätte ein erwachsener Mensch mit 170 cm Körpergröße also „Pottwal-Arme“ wären sie nur 17 cm lang. Das ist in etwa so lang wie eine menschliche Hand! Kennt eigentlich jemand „Bernd das Brot“ ... ? Wir sähen vielleicht in etwa so aus wie das depressive Kastenweißbrot aus dem KiKA.
7. Der einzige Wal mit Walrat
Da ist guter Rat teuer! Haha, kleines Wortspiel. Aber es stimmt tatsächlich: Der Rat im Walrat kommt vom altdeutschen „rath“, was „Hilfe“ bedeutet. Aber was genau ist das denn? Es ist ein helles, wachsähnliches Öl, das ihm hilft, tiefer zu tauchen. Schließlich ist er ein Säugetier und Tauchtiefen von knapp 3.000 m sind für die Organe eine große Herausforderung. Hergestellt wird das Öl im „Spermaceti“-Organ. Der Pottwal ist der einzige Wal, der es besitzt. Was hat das mit „Hilfe“ zu tun? Früher wurde der Walrat für Kerzen, Öllampen und Schmiermittel verwendet. Heute gibt es glücklicherweise Alternativen und die Jagd auf Pottwale ist verboten.
8. Die teuerste „Kotze“
Oh, yummy! Tja, nicht nur Menschen haben mal ein Problem! Wenn wir uns erbrechen, ist das wirklich kein Anlass zur Freude und wir schnappen uns sofort Eimer und Lappen, um das ganze schnellstmöglich in der Toilette zu entsorgen. Und beim Pottwal? Oh, wow, das wäre keine gute Idee. Sein Erbrochenes wird als „schwimmendes Gold“ bezeichnet! 1 kg davon kann bis zu 10.000 Euro wert sein, weil es Parfüm intensiver und länger haltbar macht. Offiziell heißt es Ambra. Wer am Strand entlang schlendert, hat vielleicht sogar Glück und findet ein Stück davon. Die Walkotze ist nämlich nicht weich und flüssig, sondern ganz fest – wie ein Stein.
Quellen:
- „Stereotypical resting behavior of the sperm whale“ (https://www.sciencedirect.com)
- „Sperm whale predator-prey interactions involve chasing and buzzing, but no acoustic stunning“ (https://www.nature.com)
- „Heaviest brain“ (https://www.guinnessworldrecords.com)
- „Largest jaw – mammal“ (https://www.guinnessworldrecords.com)
- „Largest toothed mammal“ (https://www.guinnessworldrecords.com)
- „Loudest animal sound“ (https://www.guinnessworldrecords.com)
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