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Wie schützen sich Tiere im Winter vor der Kälte? 9 geniale Überlebens-Tricks

Japan-Makaken - Foto: SeanPavonePhoto/Shutterstock

Brrrr! Die Nase ist rot, die Zehen fühlen sich an wie Eiszapfen und ohne dicke Handschuhe geht gar nichts mehr. Wenn der Winter kommt, ziehen wir uns warme Jacken an und heizen die Wohnung. Aber wie machen das eigentlich Tiere da draußen in der Natur? Viele Tiere lässt die Jahreszeit völlig „kalt“. Sie tragen von Natur aus „Thermounterwäsche“, nutzen „eingebaute Solaranlagen“, entspannen in heißen Quellen oder lassen sich sogar einfach komplett einfrieren!

Welche Kälte können Tiere überleben?

TierÜberlebtTrick
Grönland-Bärenspinner (Raupe) -70 Grad Körpereigenes Frostschutzmittel (Glycerin)
Polarfuchs -50 Grad Extrem dichte Unterwolle, Fell unter den Pfoten
Weinbergschnecke -40 Grad Versiegelt ihr Haus mit einem Kalkdeckel
Rotgesichtsmakaken -25 Grad Wärmende Bäder in heißen Quellen

9 erstaunliche Tricks gegen die Kälte

1. Polarfüchse haben das dichteste Fell im Tierreich

In der Arktis kann es schon mal -50 Grad haben und dazu kommen auch noch ziemlich heftige, eisige Winde. Zum Glück ist der Polarfuchs mit einer Art „Thermounterwäsche“ ausgestattet. Sein Fell ist nicht nur ziemlich dicht, sondern besteht auch noch zu 70 % aus super warmer Unterwolle. Auch an seinen Pfoten hat er ein dickes Fell. Es bewahrt ihn im lockeren Schnee vor dem Einsinken - ähnlich wie Schneeschuhe.

Polarfuchs - Foto: outdoorsman/Shutterstock

2. Eisbär sind lebende Solaranlagen

Welche Farbe hat das Fell eines Eisbären? Weiß? Ja, weiß sieht es aus. Aber es ist nicht weiß. Seine Haare sind in Wahrheit durchsichtig und innen hohl. Sie leiten das Sonnenlicht wie winzige Glasfaserkabel direkt weiter auf die Haut des Bären. Und diese Haut ist tiefschwarz, um die Wärme optimal aufzusaugen und zu speichern.

Eisbär in der Arktis Eisbär in der Arktis - Foto: Ruzdi/Shutterstock

3. Entenfüßchen frieren niemals

Enten paddeln tagein tagaus im Wasser. Ob bei Affenhitze, ungemütlichem Regenwetter oder im tiefsten Winter. Aber was ist im Winter? Bekommen sie dann nicht „Eisfüße“? Sie nutzen einen physikalischen Trick: Das warme Blut, das vom Herzen in die Füße fließt, erwärmt das kalte Blut, das aus den Füßen zurück zum Herzen strömt. Die Entenfüße werden dadurch gerade so warm gehalten, dass sie nicht erfrieren (ca. 0-2 °C), aber kalt genug, dass das Eis unter ihnen nicht schmilzt.

Ente Ente - Foto: Vishnevskiy Vasily/Shutterstock

4. Weinbergschnecken machen dicht

Die heimische Weinbergschnecke hat einen Trick, mit der sie auch strenge Winter mit bis zu -40 Grad problemlos übersteht. Sie gibt eine Mischung aus Schleim und Kalk ab, der nach und nach immer fester wird. Nach einer Weile hat der Eingang ihrer Schale mit einem kleinem Deckel fest verschlossen und lässt Väterchen Frost vor der Tür stehen. Er schützt sie wie eine isolierende Haustür vor dem Austrocknen und vor leichtem Frost, während sie im geschützten Boden überwintert.

5. Rentiere haben gleich mehrere Tricks

Rentiere trotzen den Schneestürmen gleich mit mehreren Anpassungen:

  • Haare: Die Haare halten Luft fest, die die Körperwärme wie eine Daunenjacke isolieren.
  • Nase: In ihrer Nase kühlen Rentiere die ausgeatmete Luft ab, um Wärme zu sparen, und wärmen die eiskalte Einatmungsluft vor, bevor sie die Lunge erreicht.

Rentier - Foto: Dmitry Chulov/Shutterstock

6. Antarktischer Seebären haben den perfekten Zwiebellook

Im Winter ziehen wir gerne mehrere Klamotten übereinander an und nennen das ganze dann „Zwiebeltechnik“, weil die Zwiebel auch mehrere Lagen bzw. Schalen besitzt. Der Antarktische Seebär hat offensichtlich auch schon davon gehört und trägt daher ein doppeltes Fell. Das äußere Fell besteht aus langem, geradem Haar. Das Fell darunter ist kurz, lockig und wollig. Und unter der Haut wärmt zusätzlich eine dicke Speckschicht (Blubber). Die ist so effektiv, dass die Seebären bei 10 Grad Celsius anfangen zu schwitzen ...

7. Meisen haben eine Daunenjacke

Kleine Vögel wie die heimische Blaumeise wiegen gerade mal ein paar Gramm und besitzen nicht den Hauch einer Speckschicht. Und dennoch fallen sie nicht gefroren vom Baum. Woran liegt das? Federn halten oft noch besser warm als Fell. Sie speichern die Wärme und lassen sie nicht entweichen.

Blaumeise Blaumeise - Foto: jausa/Shutterstock

8. Waldfrösche lassen sich einfrieren

Der Waldfrosch lebt in Alaska und Kanada - tiefer im Norden als jeder andere Frosch. Wenn es im Winter hässlich kalt wird, gefrieren 60–70 % seiner Körperflüssigkeiten gefrieren zu Eis! Sein Überlebenstrick: Bevor er einfriert, schüttet seine Leber riesige Mengen Glukose (Zucker) ins Blut aus – er hat dann 100 Mal mehr Zucker im Blut als ein Mensch. Der Zucker wirkt wie ein körpereigenes Frostschutzmittel. Er verhindert, dass die Eiskristalle die Zellen von innen zerstören. Im Frühling taut der Frosch einfach wieder auf und hüpft davon!

Waldfrosch Waldfrosch - Foto: Chris Hill/Shutterstock

9. Rotgesichtsmakaken hängen im „Whirlpool“ ab

Von allen Primaten leben die Japanmakaken (Rotgesichtsmakaken) am weitesten im Norden. Bei Schnee und eisigen Temperaturen von bis zu -20 °C nutzen sie einen ziemlich lässigen Trick: Sie klettern in die natürlichen, vulkanisch „beheizten“ Thermalquellen und entspannen stundenlang im heißen Wasser.

Japan-Makaken Japan-Makaken - Foto: SeanPavonePhoto/Shutterstock

Gleichwarme vs. wechselwarme Tiere im Winter

Um zu verstehen, warum Tiere so unterschiedlich auf Kälte reagieren, unterteilt man sie in zwei Gruppen:

  • Gleichwarme Tiere (Säugetiere & Vögel): Sie halten ihre Körpertemperatur immer konstant (ca. 36–40 °C) – egal wie kalt es draußen ist. Dafür verbrauchen sie viel Energie durch Nahrung oder nutzen Fell, Federn und Fett zur Isolierung.
  • Wechselwarme Tiere (Reptilien, Amphibien, Insekten, Schnecken): Ihre Körpertemperatur passt sich der Außentemperatur an. Wird es kalt, verfallen sie in eine Kältestarre und ihr Stoffwechsel fährt auf ein Minimum herunter.

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