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Die 15 seltsamsten Tiere der Welt

14. Platz: Fetzenfisch (Phycodurus eques / Phyllopteryx taeniolatus)

Ein Großer Fetzenfisch Phycodurus eques schwimmt im Wasser und sieht mit seinen blattartigen Hautauswüchsen exakt aus wie eine treibende Alge Ein Großer Fetzenfisch Phycodurus eques schwimmt im Wasser und sieht mit seinen blattartigen Hautauswüchsen exakt aus wie eine treibende Alge - Foto: Jacqueline Lee/Shutterstock

Steckbrief

  • Klasse: Fische
  • Ordnung: Seenadelartige (Syngnathiformes)
  • Familie: Seenadeln (Syngnathidae)
  • Verbreitung: Australien
  • Lebensraum: Kühle Küstengewässer, Tang- und Seegraswiesen, bis zu 50 m Tiefe

Ein schwimmender Busch: Die Meister der pflanzlichen Tarnung

Wenn du im flachen Küstenwasser Australiens tauchen gehst, schwimmt vielleicht gerade eines der seltsamsten Tiere der Welt direkt vor deiner Nase herum – und du bemerkst es nicht einmal! Der Fetzenfisch ist ein naher Verwandter der bekannten Seepferdchen. Seinen Namen verdankt er einer absolut genialen Erfindung der Natur: Seinem gesamten Körper wachsen unzählige, hautartige Fortsätze, die exakt so aussehen wie die Blätter von braunen Algen oder Tangblüten.

Es gibt zwei Hauptarten dieses Tieres: den Großen Fetzenfisch (auch „Blättriger Fetzenfisch“ genannt), der über und über mit diesen blattartigen „Fetzen“ bedeckt ist, und den etwas schlichteren Kleinen Fetzenfisch, dessen Auswüchse eher wie schmale Gräser aussehen. In der Biologie nennt man diese perfekte Nachahmung von Pflanzen Mimese.

Der Fetzenfisch ist eines der merkwürdigsten Tiere der Welt Der Fetzenfisch ist eines der merkwürdigsten Tiere der Welt - Foto: goobafish/Shutterstock

Wie bewegt sich der Fetzenfisch fort?

Die hautartigen Fetzen am Körper dienen dem Fisch ausschließlich zur optischen Täuschung. Er kann sie weder als Flossen zum Schwimmen nutzen noch mit ihnen steuern. Um sich im Wasser fortzubewegen, besitzt der Fetzenfisch winzige, fast völlig durchsichtige Rücken- und Brustflossen. Diese schlagen so schnell, dass man es mit dem bloßen Auge kaum erkennen kann.

Dadurch bewegt sich der Fisch extrem langsam und majestätisch vorwärts. Für Fressfeinde wie größere Raubfische oder Seevögel sieht es einfach so aus, als würde ein harmloses, abgerissenes Stück Alge ganz gemächlich mit der Meeresströmung durchs Wasser treiben. Selbst seine Augen kann der Fetzenfisch unabhängig voneinander bewegen, um die Umgebung nach Gefahren abzusuchen, ohne dabei seinen perfekt getarnten Körper zu bewegen.

Der Fetzenfisch hat einen röhrenförmigen Mund Der Fetzenfisch hat einen röhrenförmigen Mund - Foto: anca enache/Shutterstock

Der unsichtbare Jäger mit dem Strohhalm

Die Tarnung schützt den Fetzenfisch aber nicht nur vor Feinden, sondern hilft ihm auch bei der eigenen Jagd. Er ernährt sich am liebsten von winzigen Krebsen (wie feinen Schwebegarnelen). Da er keine Zähne besitzt, hat er eine andere Taktik entwickelt.

Er treibt als „Unterwasser-Busch“ getarnt ganz nah an die ahnungslosen Krebse heran. Sobald er nah genug ist, reißt er seinen langen, röhrenförmigen Mund auf. Durch den plötzlichen Unterdruck entsteht ein starker Sog – und die Beute wird wie durch einen Strohhalm blitzschnell ins Maul hineingesaugt.

Genau wie bei den Seepferdchen ist übrigens auch beim Fetzenfisch die Familienplanung Männersache: Das Weibchen übergibt die Eier nach der Paarung an den Vater. Dieser klebt sich die Brut unter seinen Schwanz und trägt die Eier mehrere Wochen lang herum, bis die winzigen, ebenfalls perfekt getarnten Babys schlüpfen.

Weiter zu Platz 15: Der absolute König der Tarnung an Land!

Der Fetzenfisch tarnt sich perfekt als Unterwasser-Pflanze – doch unser Platz 15 setzt an Land noch einen drauf! Wir reisen in die dichten Urwälder Madagaskars zu einer Echse, die nicht nur aussieht wie ein trockenes, braunes Blatt, sondern sogar die feinen Blattadern und angeknabberte Löcher nachahmt. Klicke jetzt weiter und triff den faszinierenden Blattschwanzgecko!


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