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tierchenwelt.de - Das Tierlexikon für Kinder

Die 15 seltsamsten Tiere der Welt

9. Platz: Glasflügler (Greta oto)

Ein Glasflügler-Schmetterling sitzt auf einer Blatt und zeigt seine komplett durchsichtigen Flügel mit braunem Rand Ein Glasflügler-Schmetterling sitzt auf einer Blatt und zeigt seine komplett durchsichtigen Flügel mit braunem Rand - Foto: Caz Harris Photography/Shutterstock

Steckbrief

  • Klasse: Insekten
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
  • Verbreitung: Mittel- bis Südamerika (Mexiko bis Venezuela)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder

Ich sehe was, was du nicht siehst: Schmetterling mit eingebauten Fensterscheiben

Die meisten Schmetterlinge faszinieren uns durch ihre wunderschönen, bunten Farben. Der Glasflügler (besonders die Art Greta oto) geht jedoch den genau umgekehrten Weg: Er setzt auf absolute Unsichtbarkeit! Seine großen Flügel haben lediglich einen schmalen, dunkelbraunen Rand. Die Flächen dazwischen sind vollkommen durchsichtig – genau wie kleine, zerbrechliche Fensterscheiben. 

Normalerweise besitzen die Flügel von Schmetterlingen tausende winzige Schuppen, die wie Dachziegel nebeneinanderliegen und dem Falter seine Farbe verleihen. Beim Glasflügler fehlen diese Farbschuppen in den inneren Bereichen der Flügel fast völlig. Zurück bleibt eine hauchdünne, glasklare Membran (Haut), durch die man die Umgebung gestochen scharf sehen kann.

Glasflügler Glasflügler - Foto: Silke/tierchenwelt.de

Der Unsichtbarkeits-Trick gegen hungrige Vögel

Aber wer soll da durchgucken und warum? Seine Feinde natürlich! Im dichten, schattigen Regenwald ist der Glasflügler im Flug für Vögel oder Echsen nahezu unsichtbar. Da er keine bunten Signalfarben aussendet, verschmilzt er perfekt mit jedem Hintergrund, auf dem er gerade landet. Das schützt ihn extrem gut vor dem spitzen Schnabel eines hungrigen Jägers.

Das Verrückteste daran: Selbst wenn die Sonne direkt auf den Schmetterling scheint, spiegeln seine Flügel das Licht kaum wider. Forscher haben herausgefunden, dass die Flügeloberfläche mit winzigen, unregelmäßigen Strukturen im Nanometer-Bereich (Millionstel Millimeter!) übersät ist. Diese funktionieren wie eine perfekte Antireflexbeschichtung, ähnlich wie bei modernen Brillengläsern oder Smartphone-Displays. Das Licht wird nicht zurückgeworfen, sondern geht einfach glatt durch den Flügel hindurch.

Glasflügler Glasflügler - Foto: Silke/tierchenwelt.de

Giftiger Snack: Vorsicht, ungenießbar!

Sollte es ein Vogel doch einmal schaffen, den unsichtbaren Flieger zu schnappen, folgt die nächste Überraschung: Der Schmetterling schmeckt furchtbar bitter und ist giftig! Schon als kleine Raupe ernährt sich der Glasflügler ausschließlich von den Blättern von Nachtschattengewächsen. Diese Pflanzen enthalten starke Giftstoffe. Die Raupe speichert das Gift in ihrem Körper und nimmt es mit in ihr Leben als Schmetterling. Vögel merken sich diesen schlechten Geschmack sofort und lassen den Glasflügler beim nächsten Mal lieber in Ruhe.

Im tropischen Schmetterlingshaus im Maximilianpark in Hamm konnte ich schon mal einen Glasflügelfalter bewundern und habe ihn natürlich gleich für tierchenwelt.de geknipst :)

Silke von tierchenwelt.de

Weiter zu Platz 10: Ein Hirsch im Vampir-Kostüm!

Auf der nächsten Seite treffen wir ein Tier, bei dem man zweimal hinschauen muss. Es sieht aus wie ein kleiner, niedlicher Hirsch – aber aus seinem Mund ragen zwei lange, messerscharfe Vampirzähne! Hat Graf Dracula hier etwa seine Finger im Spiel gehabt? Klicke jetzt weiter und lerne das geheimnisvolle Moschustier kennen!


Quellen:


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