Wenn Gefahr droht, verhalten sich Tauben selbstlos
- Bislang nahm man an, dass Tiere in einer Herde bei Gefahr „egoistisch“ handeln.
- Jedes Tier sucht immer das Zentrum der Herde, um besser geschützt zu sein.
- Eine Studie über Tauben zeigt, dass das nicht immer stimmt.
In der Gruppe steigen die Überlebenschancen
Wenn ein Raubtier angreift, stehen, laufen, fliegen oder schwimmen viele Schwarm- oder Herdentiere ganz eng beieinander. Oft ist das Raubtier dadurch verwirrt, weil sich ein einzelnes Tier bei einem schnellen, plötzlichen Angriff schlechter erkennen und dadurch schwerer schnappen lässt. Auf diese Weise ist die Wahrscheinlichkeit größer, als Gruppe zu überleben.
Die Tiere am Rand sind schlecht geschützt
Im Jahr 1971 prägte der britische Biologe William D. Hamilton den Begriff „die egoistische Herde“. Er ging davon aus, dass die Tiere bei Gefahr immer die zentrale Mitte einer Herde suchen. So haben sie eine Art „Puffer“ um sich herum. Sie sind sicherer, während die anderen Tiere, die sich weiter außen befinden, im Zweifel erbeutet werden. Das einzelne Tier verringert somit sein Risiko auf Kosten der Artgenossen.
Tauben sind selbstlos
Eine neue Studie zeigt, dass das nicht immer stimmt. Forscher statteten einige Tauben mit GPS-Trackern aus und setzten einen Roboter-Wanderfalken ein, um das Verhalten zu untersuchen. Die Daten zeigten, dass die Tauben nicht etwa die Mitte des Schwarms bevorzugten, sondern dass sie zusammen arbeiteten. Sie richteten sich alle in derselben Richtung aus, was im Gegensatz zur energiesparenden „V“-Form etwa 18 % mehr „Arbeit“ macht. Das könnte man als selbstloses Verhalten bezeichnen, denn das einzelne Tier hat davon nichts, wohl aber die Artgenossen und die ganze Gemeinschaft.
Über die Studie
Die Studie der Royal Holloway, University of London (England) wurde im Juni 2021 veröffentlicht.
Quellen:
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