Warum schlafen Korallen – wenn sie gar kein Gehirn haben, das sich erholen könnte?
- Schlaf hilft dem Körper, sich zu erholen – vor allem dem Gehirn.
- Auch Tiere ohne Gehirn schlafen – zum Beispiel Korallen.
- Sie befinden sich nachts in einem schlaf-ähnlichen Ruhezustand, um sich zu regenerieren.
Schlaf ist überlebenswichtig
Menschen können nur wenige Tage ohne Schlaf auskommen. Bereits nach 24 Stunden ist unsere Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Nach 48 Stunden sind wir zunehmend verwirrt und halluzinieren. Der Rekord liegt bei 11 Tagen. Schlaf ist extrem wichtig für Herz und Kreislauf und insbesondere für das Gehirn.
Nicht nur Menschen schlafen
Alle Säugetiere und Vögel, aber auch viele Fische, Wirbellose, Insekten, Amphibien und Reptilien schlafen – wenn sie ein Gehirn haben. Viele Arten träumen sogar. Wie ist das bei Tieren, die gar kein Gehirn haben?
Auch Korallen schlafen
Forscher haben Korallen in der Karibik untersucht, indem Taucher rund um die Uhr bei ihnen waren und winzige Proben genommen hatten. Interessanterweise waren es Hirnkorallen. Sie heißen aber nicht so, weil sie ein Gehirn haben, sondern weil sie so aussehen. Die Proben gaben Aufschluss darüber, ob die Korallen gerade aktiv waren oder nicht. Das Ergebnis: In der Nacht schalteten die Korallen in einen schlaf-ähnlichen Ruhezustand. Aber warum schlafen Korallen, obwohl sie gar kein Gehirn haben?
Schäden von Algen werden repariert
Hirnkorallen leben in Symbiose mit Algen, die mit Hilfe von Sonnenlicht Photosynthese betreiben. Die Algen bieten den Korallen Nahrung, schädigen aber auch ihr Gewebe. Während der Nacht sind die Algen nicht aktiv, weil die Sonne nicht scheint. In dieser Zeit schalteten die Korallen in einen Ruhezustand, um ihr Gewebe zu reparieren.
Über die Studie
Die Studie des Institute of Evolutionary Biology (Spanien) wurde im Januar 2026 in der Fachzeitschrift Cell Host & Microbe veröffentlicht.
Quelle:
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