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Krötenwanderung: Wann sie wandern, welche Gefahren es gibt und, wie du hilfst

Kröte auf der Straße Kröte auf der Straße - Foto: NABU/Jonathan Fieber

Jedes Frühjahr erwachen Frösche, Kröten und Molche aus ihrer Winterstarre und begeben sich auf eine lange, gefahrvolle Reise. Doch wohin wandern die Amphibien überhaupt, warum machen sie das genau im Frühling und wie kannst du dazu beitragen, die kleinen Tiere zu schützen?

Was ist die Krötenwanderung und wann beginnt sie?

Wenn die Tage im Frühling länger werden und die Temperaturen steigen, erwachen die wechselwarmen Tiere aus ihrer Winterruhe. Sobald die Temperaturen in der Nacht daduerhaft über 5 Grad Celsius liegen und feuchtes Regenwetter herrscht, fällt der Startschuss. Meistens beginnt die Hauptwanderzeit Mitte bis Ende März.

Wohin wandern die Frösche und Kröten?

Die Amphibien machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern – also zu genau den Teichen, Seen oder Tümpeln, in denen sie selbst einmal als Ei abgelegt wurden und sich von einer Kaulquappe zum ausgewachsenen Tier entwickelt haben (mehr über die Metamorphose von Fröschen und Kröten). Dort wollen sie sich paaren und ihre eigenen Eier ablegen.

Schon gewusst? Sie finden immer zurück!

Frösche und Kröten besitzen einen erstaunlichen Orientierungssinn: Sie finden „ihr“ Geburtsgewässer selbst aus mehreren Kilometern Entfernung zielgenau wieder!

Warum ist die Krötenwanderung so gefährlich?

Auf ihrem Weg zum Laichgewässer müssen die Tiere oft dicht befahrene Straßen überqueren. Da sie sich vor allem in der Dämmerung und nachts bewegen – wenn die Luftfeuchtigkeit höher ist und ihre Haut nicht austrocknet –, werden sie von Autofahrern oft viel zu spät gesehen. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als zu hoffen, nicht überfahren zu werden. 

Die größten Gefahren im Überblick:

  • Langsames Tempo: Vor allem Kröten laufen sehr langsam und benötigen für die Überquerung einer normalen Straße oft mehr als 15 Minuten.
  • Gefährlicher Luftdruck: Nicht nur die Reifen sind eine Gefahr: Fährt ein Auto schneller als 30 km/h über ein Tier hinweg, erzeugt der Unterdruck so schwere innere Verletzungen, dass die Amphibien daran sterben.
  • Todesfalle Straßengully: Regenwasser-Gullys an Straßenrändern werden für viele Tiere zur Rutschbahn. Einmal hineingefallen, können sie die glatten Wände nicht mehr hochklettern und verhungern..

Krötenschutzzaun Krötenschutzzaun - Foto: Pixeljoy/Shutterstock

Wie helfen Naturschutz-Organisationen den Tieren?

Um zu verhindern, dass ganze Amphibien-Bestände überfahren werden, setzen Organisationen wie der NABU oder die BUND-Ortsgruppen auf verschiedene Schutzmaßnahmen:

  • Krötenschutzzäune: Entlang gefährdeter Straßenabschnitte werden kniehohe Plastikplanen aufgestellt. Die Tiere laufen am Zaun entlang, bis sie in Eimer fallen, die in regelmäßigen Abständen in den Boden eingegraben wurden.
  • Krötentaxis (Eimerkontrolle): Freiwillige Helfer kontrollieren die Eimer jeden Morgen und Abend, tragen die Tiere sicher über die Straße und setzen sie am Gewässer wieder aus.
  • Krötentunnel: Wenn in der Nähe eines Gewässers neue Straßen gebaut werden, werden manchmal kleine Unterführungen gegraben, durch die die Tiere gefahrlos unter der Fahrbahn hindurchwandern können.

Krötenwanderung-Helfer Krötenwanderung-Helfer - Foto: NABU/H. May

Wie kannst du selbst bei der Krötenrettung helfen?

Möchtest du im Frühjahr selbst aktiv werden und Amphibien das Leben retten? Das geht am besten gemeinsam in einer Gruppe!

  • Mit der Schulklasse: Frage deine Biologie-Lehrkraft, ob ihr im Frühjahr einen Ausflug zu einem Schutzzaun machen könnt. So könnt ihr direkt vor Ort helfen und gleichzeitig Spannendes über Amphibien lernen.
  • Bei Naturschutzgruppen: Auf den Internetseiten von NABU oder BUND findest du Amphibienschutz-Aktionen in deiner Region.
  • Aufmerksamer fahren: Bitte deine Eltern, im Frühling auf Straßen mit Schildern zur Krötenwanderung langsam zu fahren (maximal 30 km/h).

Wichtiger Sicherheitshinweis:

Laufe niemals alleine oder privat mit Freunden an Straßen entlang, um Kröten zu sammeln! Das ist lebensgefährlich. Hilf nur im Rahmen von offiziell organisierten Aktionen mit Warnwesten und Betreuung durch Erwachsene.

Krötenwanderung-Schild Krötenwanderung-Schild - Foto: Henrike/stock.adobe.com

Wie überstehen Frösche und Kröten überhaupt den Winter?

Da Amphibien wechselwarme Tiere sind, passt sich ihre Körpertemperatur der Umgebung an. Fällt die Temperatur im Spätherbst, verfallen sie an geschützten Orten – wie unter Laubhaufen, Totholz oder im Schlamm – in die sogenannte Winterstarre (Kältestarre).

Dabei verlangsamen sich Herzschlag und Atmung auf ein Minimum, und die Tiere nehmen keine Nahrung mehr auf. Damit ihre Körperflüssigkeit bei Frost nicht gefriert, reichern sie ihr Blut mit körpereigener Glukose (Traubenzucker) an – das wirkt wie ein natürliches Frostschutzmittel.

Der Waldfrosch überlebt sogar Frost

Ein extremes Beispiel für das Überleben im Eis ist der nordamerikanische Waldfrosch. Er kann selbst dann schadlos überwintern, wenn Teile seines Körpers komplett einfrieren!


Psst, kleiner Spaß zum Schluss: Eine „Krötenwanderung“ gibt es übrigens auch zu Hause – nämlich dann, wenn dir deine Eltern das Taschengeld geben!

Silke von tierchenwelt.de

Krötenwanderung "Krötenwanderung" - Illustration: Silke/tierchenwelt.de


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  • Aktualisiert am

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