Alles über Frösche und Kröten: Metamorphose, Anatomie & Verhalten
Rotaugenlaubfrosch - Foto: Don Mammoser/Shutterstock
Frösche und Kröten gehören zur Ordnung der Froschlurche und zählen zu den Amphibien. Weltweit gibt es fast 6.000 bekannte Arten, aber ganz genau weiß man es nicht, denn Biologen entdecken immer noch regelmäßig neue! Ob leuchtend rote Augen, Klebefüße oder die Fähigkeit, durch die Haut zu atmen: Die faszinierenden Tiere passen sich an ihren Lebensraum geschickt an und sind echte Verwandlungskünstler, denn sie entwickeln sich durch die Metamorphose.
Die Metamorphose: Vom Ei zur fertigen Kröte
Ihre „Kindheit“ verbringen Frösche und Kröten als Kaulquappen im Wasser. Die Verwandlung vom Ei zum fertigen Landtier passiert in mehreren Schritten. In der Biologie nennt man sie Metamorphose:
- Der Laich: Das Weibchen legt hunderte bis tausende Eier (Laich) als Gallertklumpen oder Schnüre im Wasser ab.
- Die Kaulquappe: Aus den Eiern schlüpfen Kaulquappen. Sie leben rein unter Wasser, atmen durch Kiemen und nutzen ihren Ruderschwanz zum Schwimmen.
- Das Wachstum der Beine: Zuerst wachsen die Hinterbeine, kurz darauf die Vorderbeine.
- Der Lungenumbau: Im Inneren bildet sich eine Lunge aus, während sich die Kiemen langsam zurückbilden.
- Der Landgang: Der Schwanz bildet sich zurück. Der fertige Jungfrosch verlässt das Wasser.
Körperbau: Erstaunliche Merkmale
Haben Frösche eigentlich Zähne?
Ja, die meisten echten Frösche besitzen eine Reihe winziger, stumpfer Zähnchen im Oberkiefer. Sie dienen ausschließlich dazu, glitschige Beutetiere wie Wurm oder Schnecke festzuhalten – Zubeißen oder Kauen können Frösche damit nicht. Menschliche Haut können sie nicht einmal anritzen. Kröten hingegen haben niemals Zähne!
Haben Frösche Ohren?
Ja, allerdings haben sie keine sichtbaren Ohrmuscheln wie wir Menschen. Ihre Ohren liegen als runde, glatte Trommelfelle direkt seitlich am Kopf hinter den Augen.
Verrückte Pupillenformen: Was für Augen haben Frösche?
Frosch-Augen können braun, grün, rot, bronze oder silbern schimmern. Die Form der Pupille verrät oft viel über die Lebensweise der Art:
Runde Pupillen
Sie sehen aus wie bei uns Menschen. Beispiele für runde Pupillen sind Pfeilgiftfrösche und Moosfrösche.
Vertikale Pupillen
Sie sind ideal für nachtaktive Jäger. Sie ziehen sich im Licht schmal zusammen. Beispiele sind: Knoblauchkröte und Geburtshelferkröte.
Herzförmige Pupillen
Sie sind eher selten im Tiereich. Gelbbauchunken oder chinesische Rotbauchunken haben herzförmige Pupillen.
Horizontale Pupillen
Sie sind typisch für tagaktive Arten und verschaffen ein breites Sichtfeld. Der Grasfrosch und die Erdkröte sind Beispiele für horizontale Pupillen.
Spezial-Werkzeuge: Die unterschiedlichen Frosch-Füße
Je nachdem, ob ein Frosch klettert, schwimmt oder gräbt, sind seine Füße völlig unterschiedlich geformt:
Klebe-Füße (Saug-Füße)
Laubfrösche haben eine geniale „Technologie“ unter ihren Fußsohlen: tellerförmige Haftballen, die an so ziemlich alem haften. Egal, ob ein Untergrund nass, glatt, rau oder trocken ist. Ein feines Drüsensekret erzeugt Oberflächenspannung, sodass sie selbst an spiegelglatten Blättern klettern können. Im Gegensatz zu den Geckos sorgt bei ihnen eine Art Schleim für die Haftwirkung.
Schwimm-Füße
Wasserfrösche haben zwischen ihren Fingern und Zehen Schwimmhäute, damit sie im Wasser schneller vorankommen. Wenn sie diese auseinander strecken, vergrößert sich die Fläche ihrer Hände und Füße und funktionieren wie Paddel.
Buddel-Füße
Amerikanische Schaufelfußkröten können im Gegensatz zu anderen Fröschen und Kröten längere Zeit ohne Wasser überleben. Um sich vor der Mittagshitze und Austrocknung zu schützen, graben sie sich im Sand ein. Ihre Füße sehen fast wie Klauen aus.
Gleitschirm-Füße
Ruderfrösche haben Spannhäute zwischen ihren Zehen. Mit ihnen können sie durch die Luft segeln und von einem Baum zum anderen gleiten können.
Das Verhalten: Atmung, Nahrung & Lebenserwartung
Wie atmen und trinken Frösche?
Frösche trinken nicht mit dem Mund. Sie nehmen Wasser direkt über ihre dünne, feuchte Haut auf. Auch ein Großteil des Sauerstoffs wird direkt über die Haut im Blut aufgenommen (Hautatmung). Deshalb müssen Frösche ihre Haut stets feucht halten.
Wie schlucken Frösche ihre Beute?
Wenn ein Frosch ein Insekt verschlingt, schließt er die Augen und zieht sie tief in den Schädel hinein! Die Unterseite der Augäpfel drückt die Beute in der Mundhöhle wie ein Stempel nach unten in den Magen.
Wie alt werden Frösche und Kröten?
In der freien Natur werden die meisten Arten etwa 4 bis 15 Jahre alt. Den absolute Rekord hält eine Erdkröte, die in menschlicher Obhut erstaunliche 36 Jahre alt wurde!
- Aga-Kröte: 10–15 Jahre (Rekord: 35 Jahre)
- Chinesische Rotbauchunke: 12–15 Jahre
- Hornfrosch: 6–7 Jahre (Rekord: 10 Jahre)
Feinde und Bedrohungen
Neben natürlichen Fressfeinden wie Ringelnattern, Reihern, Störchen, Igeln und Laufkäfern ist der Mensch die größte Bedrohung:
- Umweltverschmutzung: Gifte und Dünger ziehen direkt durch die durchlässige Froschhaut.
- Straßenverkehr: Millionen Tiere sterben jedes Frühjahr bei der Krötenwanderung auf dem Weg zu ihren Laichgewässern.
- Lebensraumverlust: Das Trockenlegen von Tümpeln und Feuchtwiesen nimmt den Amphibien ihr Zuhause.
Quellen:
- Amphibian Species of the World 6.2, an Online Reference (https://amphibiansoftheworld.amnh.org)
- Sticking under Wet Conditions: The Remarkable Attachment Abilities of the Torrent Frog, Staurois guttatus (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov)
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Steckbriefe:
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