Die 10 coolsten Spinnen der Welt
Portia - Foto: Hyde Peranitti/Shutterstock
Spinnen sind faszinierend. Sie tarnen sich als harmlose Ameisen, werfen klebrige Angelruten aus, leben unter Wasser, saugen Blut wie Vampire oder ernähren sich vegetarisch. Auch wenn Spinnen auch immer ein bisschen gruselig sind: Sie stecken voller verblüffender Fähigkeiten!
Hier kommen die Top 10 der coolsten Spinnen dieser Welt. Sie sind so ungewöhnlich und genial, dass man von ihnen fasziniert sein MUSS.
Die 10 genialsten Spinnen im Überblick
| Tier | Besonderheit | Verbreitung |
|---|---|---|
| Falltürspinne | Baut Falltüren | Mittelmeerraum |
| Ameisenspringspinne | Tarnt sich als Ameise | Mitteleuropa |
| Kescherspinne | Wirft ein dehnbares Netz aus | Australien |
| Speispinne | Jagt mit klebriger Spucke | Weltweit |
| Theridion nigroannulatum | Jagt im „Rudel“ | Südamerika |
| Bagheera kipglingi | Einzige Vegetarische Spinne | Mittelamerika |
| Bolaspinne | Angelt mit Schnur und Köder | Weltweit (Tropen) |
| Wasserspinne | Lebt in einer Unterwasser-Taucherglocke | Europa, Asien |
| Evarcha culicivora | Jagt vollgesaugte Mücken | Ostrafrika |
| Portia | Hat für jedes Beutetier eine Strategie | Afrika, Asien, Australien |
10. Platz: Die Falltürspinne (Ctenizidae)
Steckbrief
- Größe: 15-30 mm (Körperlänge)
- Verbreitung: Mittelmeerraum
- Gefährlich für Menschen: Nein
Jagd-Strategie: „Wer anderen eine Grube gräbt, wird satt“
Die Falltürspinne (ja, die heißt wirklich so!) aus der Familie der Vogelspinnen buddelt tiefe Röhren, die sie mit einem Deckel aus Spinnseide, Erde und Steinchen unauffällig verschließt. Für die Spinne heißt es jetzt: Abwarten und Tee trinken, bis ein ahnungsloses Insekt vorbei trappelt. Die Falltürspinne nimmt selbst die feinsten Erschütterungen wahr! Sobald ein „Snack“ in Reichweite ist, schießt sie wie eine Rakete aus ihrem Loch stürzt sich auf das Insekt, nimmt es in die Schwitzkasten und zieht es unter die Erde. Guten Appetit.
9. Platz: Die Ameisenspringspinne (Myrmarachne formicaria)
Steckbrief
- Größe: 5-6 mm (Körperlänge)
- Verbreitung: Mitteleuropa
- Lebensraum: feuchte Ufer, Feuchtwiesen, Obstgärten, Trockenrasen
- Gefährlich für Menschen: Nein
Jagd-Strategie: „Spinne im Ameisenpelz“
Könnte sich hier ein Wolf im Schafspelz versteckt haben – oder vielmehr eine Spinne im Ameisenpelz? Die Ameisenspringspinne sieht einer Ameise verblüffend ähnlich und bewegt sich sogar zickzackartig wie sie. Sogar ihre vorderen beiden Beine hebt die Spinne beim Laufen an, damit sie wie Fühler wirken! In der Biologie nennt man das Nachahmen anderer Tiere „Mimikry“. So gefährlich wie eine Wespe zu wirken oder so harmlos wie eine Ameise, kann Leben retten. Ebenso wie im Fall der Ameisenspringspinne. Sie wird von ihren Feinden nicht erkannt, sondern für eine Ameise gehalten - die im Zweifel auch noch Ameisensäure versprüht.
8. Platz: Die Kescherspinne (Deinopis)
Steckbrief
- Größe: 10-25 mm (Körperlänge)
- Verbreitung: Australien
- Lebensraum: Wälder, Buschlandschaften, Heiden, Gärten
- Gefährlich für Menschen: Nein
Jagd-Strategie: „Spiderman ohne Kostüm“
Statt faul in einem großen Radnetz zu sitzen, baumelt die Kescherspinne kopfüber an einem Ast und hält ein Fangnetz zwischen ihren Vorderbeinen. Es ist nicht größer als eine Briefmarke, ist aber extrem dehnbar. Wenn ein Insekt vorbeikommt, zieht sie das Netz blitzschnell auf die 3-Fache Größe auseinander und stülpt es wie einen Fangkescher über das Opfer.
7. Platz: Die Speispinne (Scytodes thoracica)
Steckbrief
- Größe: 4-6 mm (Körperlänge)
- Verbreitung: weltweit
- Lebensraum: unter Steinen, in Häusern
- Gefährlich für Menschen: Nein
Jagd-Strategie: Aus Videospielen abgeguckt
Du kennst sie aus Zeichentrickserien und Videospielen: unheimliche, große Spinnen, die klebrige Netze spucken. In der Realität ist dazu nur eine einzige Spinnenart fähig: die Speispinne, auch Leimschleuderspinne genannt. Ihre Spinnfäden sind nicht nur klebrig, sondern auch giftig und „tackern“ die Beute regelrecht am Boden fest: Die Spinne spuckt in weniger als 1/700 Sekunde bis zu 20 Mal zickzackförmig auf ihr Opfer, bis es bombenfest am Boden klebt. Allzu weit darf ihr Snack aber nicht entfernt sein, denn sie kann nur 20 mm weit „schießen“.
6. Platz: Die Rudel-Spinne (Theridion nigroannulatum)
Steckbrief
- Größe: unbekannt
- Verbreitung: Ecuador, Peru
- Lebensraum: unbekannt
- Gefährlich für Menschen: Nein
Jagd-Strategie: Gemeinsam stark
Die meisten Spinnen sind nicht nur Einzelgänger. Sie sind sich sogar „spinnefeind“. Wenn zwei Spinnen den Weg kreuzen, kommt es nicht selten zu einem erbitterten Kampf um Leben oder Tod. Eine handvoll Spinnenarten beweisen allerdings, dass sie auch mit anderen ihrer Art leben können. Zum Beispiel die Theridion nigroannulatum, die in Ecuador zu Hause ist. Die Mini-Spinnen formen Kolonien mit mehreren tausend Mitgliedern. Sie hängen sich unter große Blätter und lassen Spinnfäden nach unten auf den Boden baumeln. Wenn ein Insekt in die Falle aus nahezu unsichtbaren Stolperdrähten stolpert, lassen sich dutzende von Spinnen gleichzeitig herunter. Sie verpacken ihr Opfer gemeinsam in Spinnenseide und ziehen es hinauf, um den Snack in der Kolonie miteinander zu teilen.
5. Platz: Bagheera kiplingi (Bagheera kiplingi)
Steckbrief
- Größe: 2-22 mm (Körperlänge)
- Verbreitung: Mexiko, Guatemala, Costa Rica
- Lebensraum: Akazienbäume
- Gefährlich für Menschen: Nein
Jagd-Strategie: Keine - auf dem Speiseplan steht nur Grünzeug!
Unter allen rund 50.000 bekannten Spinnenarten ist Bagheera kiplingi die große Ausnahme: Sie ernährt sich zu über 90 % rein pflanzlich! Sie lebt auf Akazienbäumen und nascht dort die eiweißreichen Knospen. Um an die Nahrung zu gelangen, muss die Springspinne schlau den wachsamen Raubameisen ausweichen, die die Akazie eigentlich beschützen.
4. Platz: Die Bolaspinne (Mastophora)
Steckbrief
- Größe: 2-15 mm (Körperlänge)
- Verbreitung: Amerika, Afrika, Australien, Asien
- Gefährlich für Menschen: Nein
Jagd-Strategie: Mit der Angelschnur auf Mottenjagd
Die Bolaspinne webt kein Netz, sondern bastelt aus ihren Spinnfäden eine Angelschnur mit einem klebrigen Tropfen am Ende. Wie ein Fischer wirft sie diese Schnur aus und wartet, bis eine ahnungslose Motte vorbeikommt. Selbst den Köder vergisst sie nicht. Allerdings benutzt sie keine Regenwürmer, sondern Duftstoffe weiblicher Motten, die besonders anziehend auf männliche Motten wirken. Sobald sich ein Beutetier nähert, wird die Spinne aktiv: Sie schleudert ihm die Schnur mit erstaunlicher Genauigkeit entgegen, damit es an ihr kleben bleibt und „holt den Fisch ein“.
3. Platz: Die Wasserspinne (Argyroneta aquatica)
Steckbrief
- Größe: 8-15 mm (Körperlänge)
- Verbreitung: Europa, Asien
- Lebensraum: Süßwasser
- Gefährlich für Menschen: Nein
Jagd-Strategie: „Auf Tauchstation gehen“
Die Wasserspinne ist die einzige Spinne, die unter Wasser lebt. Im Grunde macht sie es ganz ähnlich wie ein Gerätetaucher. Sie hat immer einen Vorrat an Luft dabei, nur dass sie keine Metallflasche am Körper trägt oder mit Flossen umher paddelt. Wenn Sie Luft braucht, streckt sie ihren Hinterleib aus dem Wasser und zieht ihn blitzschnell wieder unter Wasser. Dabei verfangen sich kleinste Luftbläschen in den feinen Härchen an ihrem Hinterleib. Die bringt sie dann zu ihrer selbst gesponnenen Taucherglocke unter Wasser, um den Luftvorrat aufzustocken. In dieser Taucherglocke isst, schläft und zieht sie ihre Jungen auf.
2. Platz: Die Vampir-Springspinne (Evarcha culicivora)
Steckbrief
- Größe: unbekannt
- Verbreitung: Kenia, Uganda
- Lebensraum: Baumstämme, Steinwände, Blätterhaufen, Gras
- Gefährlich für Menschen: Nein
Jagd-Strategie: „Saugen, was das Zeug hält“
Die Springspinne Evarcha culicivora ist eine waschechte Vampir-Spinne! In ihrer Heimat in Kenia jagt sie gezielt Anopheles-Mücken, die gerade an einem Mensch oder einem Tier gezuzelt haben. Die Spinne „bohrt“ die Moskitos an und macht sich über das Blut her. Ihre kleinen hakenförmigen Fangzähne sind übrigens nicht stark genug, um sich unter die Haut von Säugetieren oder Menschen zu bohren. Glück gehabt!
1. Platz: Portia
Steckbrief
- Größe: 4,5 bis 9,5 mm (Körperlänge)
- Verbreitung: Afrika, Australien, Asien
- Gefährlich für Menschen: Nein
Jagd-Strategie: „Von allem etwas“ :)
Platz 1 geht an die Springspinne Portia. Auf ihrem Speisezettel steht ausschließlich ihre eigene Art: Spinnen. Von Exemplaren, die größer sind als sie selbst, lässt sie sich nicht im Geringsten einschüchtern. Das braucht sie auch nicht, denn sie ist eine wahre Meisterin im Ausklügeln von Strategien. Sie passt ihre Attacke jedes Mal von neuem ihrer Beute und der Situation an. Mal ahmt sie die Bewegungen eines Insekts nach, das sich im Netz verfangen hat. Mal führt sie den Paarungstanz einer anderen Art auf, um Beute anzulocken. Wenn sie auf eine unbekannte Art trifft, testet sie verschiedene Attacken, beobachtet die Reaktion darauf und leitet daraus die beste Strategie ab. Wissenschaftler schätzen ihre Lernfähigkeit als einzigartig im Reich der Wirbellosen ein!
Cool oder gruselig?
Das waren nur 10 der über 40.000 Spinnenarten – und je mehr wir über sie herausfinden, desto mehr versetzen sie uns in Staunen. Und weißt du was? Keine einzige dieser 10 ist für den Menschen gefährlich!
Quellen:
- Spider Behavior (https://www.sciencedirect.com)
- Herbivory in a spider through exploitation of an ant-plant mutualism (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- The diving bell and the spider: the physical gill of Argyroneta aquatica (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- A spider that feeds indirectly on vertebrate blood by choosing female mosquitoes as prey (https://www.pnas.org)
- Spitting performance parameters and their biomechanical implications in the spitting spider, Scytodes thoracica (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- Aggressive chemical mimicry by a bolas spider (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- Nocturnal foraging enhanced by enlarged secondary eyes in a net-casting spider (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov)
- Araneophagic jumping spiders discriminate between detour routes that do and do not lead to prey (https://www.sciencedirect.com)
Empfohlene Beiträge:
- Aktualisiert am















