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Tischmanieren im Tierreich: 7 Tiere mit ungewöhnlichen Essgewohnheiten

Koala Koala - Foto: Manon van Os/Shutterstock

Tischmanieren im Tierreich: Welche Tiere speisen kaiserlich, welche spachteln wie Scheunendrescher? Gibt es Tiere, die ihre eigenen Medikamente machen? Wenn uns etwas schmeckt, leuchten unsere Augen, wir schmatzen genüsslich und verlangen Nachschlag. Oft sind wir aber auch ganz schön kleinlich. Uns fallen zehntausend Gründe ein, warum etwas nicht mundet. „Die Pommes sind latschig“, „Die Cola hat zu wenig Kohlensäure“, „Das Eis schmeckt irgendwie künstlich.“

Tiere sind da nicht anders. Manche verputzen einfach alles, was ihnen vor die Nase kommt - ganz egal, wie es schmeckt. Andere Tiere sind dagegen noch kleinlicher als wir Menschen. Hier kommen sieben Tiere, deren Art, sich zu ernähren, spannend und ungewöhnlich ist.

Die Tiere mit der schrägsten Speisekarte

TierHauptnahrungTrick
Koala Eukalyptusblätter Nutzt Riechsinn wie ein Gourmet für ungiftige Blätter
Schimpanse Früchte, Pflanzen Nutzt Heilpflanzen gezielt als „Hausapotheke“
Vampirfink Samen, Vogelblut Pickt größere Vögel an, um ihn Trockenzeiten Blut zu trinken
Afrikanische Eierschlange Ganze Vogeleier Biegsamer Kiefer, Dornen an der Wirbelsäule zum Knacken
Seestern Muscheln Stülpt den Magen nach außen in die Beute
Bartgeier 80-90 % Knochen Lässt dicke Knochen aus großer Höhe auf Felsen zerschellen
Blattschneiderameise Selbst gezüchtete Pilze Futtert keine Blätter, sondern nutzt sie als Dünger

1. Koalas sind wählerische Feinschmecker

Koalas essen fast ausschließlich Eukalyptusblätter – etwa 500-800 g am Tag. Das Problem: Eukalyptus ist für fast alle anderen Tiere giftig und enthält kaum Nährstoffe! Von über 600 Eukalyptusarten akzeptieren Koalas nur etwa 30. Wie ein erfahrener Gourmet prüfen sie jedes Blatt zuerst mit der Nase. Sie riechen genau, wie hoch der Giftstoffgehalt ist. Ältere Blätter enthalten oft zu viele Giftstoffe, weshalb sies stundenlang nach den perfekten, jungen Trieben suchen. Ob die Blätter den „Qualitätsansprüchen“ genügen, hängt auch von der Jahreszeit, der Region und der „Stimmung“ des Baumes ab. Eukalyptus-Bäume produzieren einen ekligen Stoff, um Tiere davon abzuhalten, ihre Blätter zu essen.

Fun Fact

Da Eukalyptus so wenig Energie liefert, schlafen Koalas bis zu 20 Stunden am Tag, um Energie zu sparen!

2. Schimpansen essen sich gesund

Wenn wir krank sind, gibt es Zwiebelwickel und Senfumschläge, dazu Hühnersuppe und jede Menge heiße Zitronen. Auch Schimpansen wissen sich zu helfen, wenn sie krank sind. Sie zupfen ein Blatt von diesem Baum und ein Blatt von jenem Baum ... und schon verschwinden lästige Parasiten aus dem Darm. Sie pflücken beispielsweise gezielt Blätter bestimmter Raublattgewächse (Aspilia). Sie kauen sie aber nicht, sondern falten sie zusammen und schlucken sie im Ganzen herunter. Die raue Oberfläche der Blätter wirkt im Darm wie ein Schrubber und befördert die lästigen Parasiten einfach nach draußen.

Schimpanse isst gesunde Blätter Schimpanse isst gesunde Blätter - Foto: Robbie Taylor/Shutterstock

3. Vampirfinken trinken Blut

Auf den abgelegenen Wolf- und Darwin-Inseln der Galápagos-Gruppe lebt ein kleiner, unscheinbarer Singvogel: der Vampirfink. Wenn in der Trockenzeit Wasser und Samen knapp werden, nutzt er eine extreme Überlebensstrategie: Er landet auf dem Rücken wesentlich größerer Seevögel (wie Tölpeln) und pickt mit seinem scharfen Schnabel die Haut an den Federansätzen auf, um deren Blut zu trinken. Erstaunlicherweise wehren sich die Tölpel kaum – vermutlich verwechseln sie das Picken anfänglich mit der Reinigung von Parasiten.

4. Eierschlangen verschlucken sich (nicht)

„Da waren die Augen größer als der Magen“, sagt man, wenn sich jemand jede Menge Essen auf den Teller lädt und dann nur einen Teil davon schafft. Die afrikanischen Eierschlangen machen diesem Spruch alle Ehre. Sie schlucken Eier, die um ein Vielfaches größer sind als ihr Kopf. Da ein Ei viel breiter als ihr eigener Kopf ist, nutzen sie einen anatomischen Trick: Ihr Unterkiefer ist nicht fest verwachsen, sondern durch ein dehnbares Sehnenband verbunden. Im Hals sorgen spezielle Knochenfortsätze an der Wirbelsäule dafür, dass die Schale geknackt wird. Der flüssige Inhalt wandert in den Magen, während die zusammengepresste Schale einfach wieder ausgespuckt wird!

Eierschlange Eierschlange - Foto: Sibons photography/Shutterstock

5. Seesterne stülpen ihren Magen nach außen

„Da kann sich einem der Magen umdrehen“ sagen wir, wenn uns übel ist. Für den Seestern bedeutet es das Gegenteil. Er isst, indem er seinen Magen nach außen stülpt. Zuerst saugt er sich beiden Schalenhälften fest und zieht mit großer Ausdauer daran, bis sich die Muschel einen klitzekleinen Spalt öffnet. Dann stülpt er seinen Magen nach außen durch seinen Mund direkt in das Innere der Muschel! Dann gibt er Verdauungssäfe ab und wartet geduldig bis die Eieruhr klingelt. Nach wenigen Stunden ist die Muschel „gar“ bzw. weich und kann in aller Ruhe ausgeschlürft werden. Prost Mahlzeit ...

Fun Fact

Dem Seestern reicht eine Spalte von nur 0,1 mm (dünner als ein Papierblatt), um seinen elastischen Magen in die Muschel zu zwängen!

Seestern Seestern - Foto: Pawe? Borówka/Shutterstock

6. Bartgeier sind die einzigen Knochenfresser der Welt

Der Bartgeier ist der einzige Vogel weltweit, dessen Speiseplan zu 80-90 % aus Knochen besteht! Knochen klingen zwar trocken, enthalten aber wertvolles Fett, Proteine und Mineralien im Knochenmark. „Kleinere“ Stücke schluckt der Greifvogel am Stück – sie können bis zu 25 cm lang sein! Mit größeren Knochen fliegt er bis zu 100 m hoch in die Luft und lässt sie gezielt auf steile Felsplatten fallen, damit sie in mundgerechte Splitter zerbrechen. Sein extrem starke Magensäure spaltet das Knochenmaterial problemlos auf.

Bartgeier - Foto: Erni/Shutterstock

7. Blattschneiderameisen sind Landwirte der Erde

Wer glaubt, Blattschneiderameisen würden die herausgeschnittenen Blätter fressen, irrt gewaltig. Die Tiere können die pflanzliche Zellulose nämlich gar nicht verdauen! Stattdessen schleppen sie die Blattstücke unter die Erde in ihren Bau. Dort zerkleinern kleinere Arbeiterinnen das Grünzeug zu einem feinen Brei und düngen damit unterirdische Pilzgärten. Die Ameisen ernähren sich ausschließlich von den eiweißreichen Proteinknötchen (Gongylidia), die dieser spezielle Pilz bildet. Sie betreiben also seit Millionen von Jahren erfolgreichen Ackerbau!

Fun Fact

Blattschneiderameisen tragen Blätter, die bis zu 50-mal schwerer sind als sie selbst. Wenn ein Mensch das könnte, würde er einen ausgewachsenen Geländewagen mit den Zähnen durch den Wald tragen.

Blattschneiderameise Foto: Julia/stock.adobe.com


Quellen:


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