8 Tiere, die ihre Stacheln als Werkzeuge einsetzen
Dieser Artikel informiert dich darüber, warum Tiere Stacheln und Dornen besitzen und, wie sie sie einsetzen.
Stacheln und Dornen dienen der Verteidigung, dem Angriff, helfen beim Buddeln und manche funktionieren sogar wie Strohhalme. Wir stellen dir acht Tiere vor, deren „Werkzeuge“ außergewöhnlich sind. Welche Tiere benutzen Stacheln und Dornen wie Werkzeug?
1. Kugelfisch
Aufgabe der Stacheln: Abschreckung
Ein Tier wird zum Igel
Der Kugelfisch bläst sich bei Gefahr auf, um seine Feinde abzuschrecken. Er schluckt in Sekundenschnelle Wasser und pumpt sich damit zu einem Ballon auf, an dessen Oberfläche sich zahllose Stacheln aufrichten. Bei diesem Anblick weiß der Angreifer: „Oh je, der Fisch ist einfach eine Nummer zu groß für mich!“. Es kann aber passieren, dass der Kugelfisch zu langsam ist und sich versehentlich erst dann aufbläst, wenn er bereits im Maul des hungrigen Angreifers steckt. Der Kugelfisch kann zwar nicht herunter geschluckt werden, aber auch nicht entkommen! Das Ergebnis: Beide Fische sterben.
2. Dornteufel
Aufgabe der Stacheln: Abschreckung, Werkzeug
Schuppen als Strohhalme
Dieser Leguan macht seinem Namen alle Ehre. Er lebt in der Wüste Australiens und lässt sich dort die Ameisen schmecken. Um nicht selbst verspeist zu werden (von Vögeln) hat er auf seinem ganzen Körper dornenartige Schutzplatten aus Horn. Er sieht beinahe aus wie ein Alien. Kein Wunder, dass die Vögel lieber den Schnabel von ihm lassen. Die Dornen haben aber noch einen weiteren, ziemlichen praktischen Zweck: Wenn sich in der Nacht Tau auf den Dornen sammelt, läuft er über die Dornenschuppen am Rücken direkt in den Mund des Tierchens. Prost!
3. Urson
Aufgabe der Stacheln: Verteidigung
30.000 Widerhaken
Wow, 30.000 Stacheln sind an sich schon eine Angst einflößende Menge möglicher, schmerzhafter Begegnungen. Wenn das nordamerikanische Urson angegriffen wird, schlägt es mit seinem Schwanz nach dem Angreifer. Das Urson setzt aber noch eins drauf. Die 7 cm langen Stacheln auf seinem Schwanz sind nicht nur unangenehm spitz und scharf, sondern besitzen auch noch fiese Widerhaken. Auaaaaa!
4. Stachelschwein
Aufgabe der Stacheln: Verteidigung
Bei dem bekommen selbst Löwen Angst
Das afrikanische Stachelschwein schwingt bei Gefahr seinen Schwanz, an dem 35 cm lange Stacheln mit fiesen Widerhaken sitzen. Bei seinen Angreifern verursachen sie schmerzhafte, eiternde Wunden. Man mag es zwar kaum glauben, aber nicht selten sterben so große und mächtige Tiere wie die Löwen an einer solchen entzündeten Wunde.
5. Igel
Aufgabe der Stacheln: Verteidigung
Ein Nadelkissen zur Abwehr
Die Stacheln sind für den Igel wie seine Lebensversicherung. Wenn er sich zusammenrollt, überlebt er auf diese Weise nicht nur Angriffe von Raubtieren, sondern auch Stürze. Er klettert aber nicht oft und nicht gut.
6. Stechrochen
Aufgabe der Stacheln: Giftspritze
Giftstacheln wie Harpunen
Skorpionfische, Drachenköpfe, Rotfeuerfische, Steinfische – sie und rund 250 andere Fischarten sind hochgiftig und besitzen fiese Stacheln. Ihre Rückenflossen wurden in Giftstacheln umfunktioniert und am Hinterteil sitzen ebenfalls Dornen. Auch der Stechrochen hat seinen Namen nicht von ungefähr. Auf seinem Schwanz hat er zwei kleine, giftige Harpunen.
7. Seeigel
Aufgabe der Stacheln: Fortbewegung, Werkzeug, Verteidigung
Die bekanntesten Stacheln der Welt
36 Grad, heißer Sand brennt bei jedem Schritt zwischen den Zehen, aber das tiefblaue Meer ist nur noch wenige Meter weit entfernt. Als Nächstes brennt nicht mehr der Sand, sondern ein stechender Schmerz ... ein Seeigel hat sich unter die eigenen Füße geschmuggelt. Das war Absicht! Oder nicht? Seeigel sind natürlich nicht darauf aus, Menschen zu ärgern, aber ihre Stacheln sind selbstverständlich nicht nur Dekoration.
Mit ihren langen, beweglichen Stacheln rollen sie munter über Felsen und Algen. Aber auch an der Küste und an sandigen Stränden fühlen sie sich wohl. Die Seeigel, die dort leben, haben wesentlich kürzere und dichtere Stacheln, mit denen sie sich im Sand ein buddeln. Die Stacheln allein verursachen bereits Schmerzen, aber unter den Seeigeln tummeln sich zudem auch noch „Giftspritzen“. Sie besitzen Stacheln, die innen hohl und mit Gift gefüllt sind – eben wie kleine Spritzen. Lederseeigel haben sogar richtige Giftblasen an ihren Stacheln.
8. Kegelschnecke
Aufgabe der Stacheln: Verteidigung
Wie Legolas im Seetang-Wald
Die Kegelschnecke hat keine spitzen Ohren und lebt auch nicht in Bruchtal, ist aber eine der meist gefürchteten Bogenschützen im Meer. Wer ihr in die Quere kommt, macht schnell Bekanntschaft mit ihren Giftharpunen, die sie direkt aus ihrem Köcher, also ihrem Maul, abfeuert. Die Widerhaken verhaken sich in der Beute und das Opfer wird mit einem hochprozentigem Nervengift gelähmt. Und jetzt wird es eklig: Die Kegelschnecke verspeist ihr Opfer danach komplett mit Haut und Haaren. Flink wie Legolas ist sie auch noch: Reicht ein Pfeil nicht, schießt sie einen weiteren Pfeil ab. Sei vorsichtig, wenn du eine lebende Kegelschnecke am Strand findest. Selbst für einen Menschen ist ihr Gift gefährlich, ja so gefährlich sogar, dass du daran sterben kannst. Finger weg!
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