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Eichhörnchen richtig füttern - Artgerechte Nahrung für die kleinen Nager

Ein Eichhörnchen am Futterhaus Ein Eichhörnchen am Futterhaus - Foto: Jean-Claude Caprara/stock.adobe.com

Eichhörnchen sind überall in unseren Gärten, Parks und Wäldern und zaubern uns jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht, wenn wir eines sehen – sie sind einfach zu putzig! Doch viele Menschen fragen sich: Darf ich die Wildtiere eigentlich füttern? Und wenn ja, welches Futter ist wirklich gesund für die kleinen Nager? In diesem Ratgeber erfährst du alles über die verantwortungsvolle Unterstützung unserer heimischen Eichhörnchen.

Ich liebe es Eichhörnchen zu füttern! Ich habe kein Futterhaus, sondern verteile Walnüsse einfach so am Balkon. Ich freue mich riesig, wenn eines kommt, alles neugierig untersucht und Nüsse in meinen Pflanztöpfen verbuddelt. Oft finde ich beim Umtopfen vergrabene Nüsse in der Erde – da muss ich jedes Mal lachen.

Silke von tierchenwelt.de

Warum füttern? (Und warum mit Vorsicht)

Eichhörnchen sind perfekt an das Leben in der Natur angepasst. Sie legen Vorräte an, um durch den Winter zu kommen, und finden meist selbst genug Nahrung. Sie zu füttern ist daher nicht zwingend notwendig. Es ist jedoch sinnvoll, sie in bestimmten Situationen zu unterstützen:

  • Im Winter: Wenn der Boden gefroren ist oder eine dichte Schneedecke die Suche nach vergrabenen Nüssen erschwert.
  • Bei Trockenheit/Hitze: Im Hochsommer leiden Eichhörnchen oft unter Wassermangel.
  • In Stadtgebieten: Hier gibt es oft weniger natürliche Nahrungsquellen wie alte Eichen oder Haselnusssträucher.

Wichtig: Das Ziel ist nicht, die Tiere zu zähmen. Sie sollen ihre natürliche Scheu behalten, um vor Gefahren wie Katzen, Hunden oder Autos sicher zu sein. Füttere sie daher am besten so, dass du selbst im Hintergrund bleibst.

Eichhörnchen lieben Walnüsse Eichhörnchen lieben Walnüsse - Foto: Micha Trillhaase/stock.adobe.com

Das kommt auf den Speiseplan: Die richtige Wahl

Wenn du eine Futterstelle einrichten willst, achte auf eine Mischung, die den natürlichen Essgewohnheiten entspricht. Das stärkt das Immunsystem der Tiere.

  • Nüsse (in der Schale): Walnüsse und Haselnüsse sind ideal. Das Nagen an der Schale hält ihre Zähne kurz und gesund.
  • Samen: Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und getrocknete Maiskörner liefern wertvolle Energie.
  • Obst (in kleinen Mengen): Kleine Stückchen Apfel, Birne und Weintrauben sind saftige Ergänzungen.

Extra-Tipp:

Wichtiger als Futter: Besonders in heißen Sommern finden Eichhörnchen oft kein Trinkwasser. Eine flache Schale mit frischem Wasser rettet Leben! Achte darauf, das Wasser täglich zu wechseln, damit sich keine Keime ausbreiten.

Gutes Futter für Eichhörnchen Gutes Futter für Eichhörnchen - Fotos: Jan Rozehnal (Eichörnchen), ALF photo (Walnüsse), Nik_Merkulov (Haselnüsse), Aleissio Orrù (Kürbiskerne), dasuwan (Maiskörner), oxie99 (Haferflocken), Caito (Sonnenblumenkerne), Pic_It (Apfel), Jasinski (Birne), Natika (Trauben)/stock.adobe.com

Achtung – keine Erdnüsse und keine Mandeln!

Obwohl sie oft in billigen Futtermischungen enthalten sind: Eichhörnchen vertragen keine Erdnüsse und keine Mandeln. Wenn sie hungrig sind, essen sie sie trotzdem, bekommen aber schwere Magen-Darm-Beschwerden und können daran sterben.

  • Keine Erdnüsse: Sie schimmeln sehr leicht (Aflatoxine) und enthalten nicht die passenden Nährstoffe.
  • Keine Mandeln: Sie enthalten oft Spuren von Blausäure, was für die kleinen Körper der Nager hochgiftig sein kann.

Auch diese Lebensmittel sind verboten:

Vermeide unbedingt verarbeitete Produkte wie Brot, Popcorn, Schokolade, Pommes, Kuchen oder Chips. Diese enthalten Zucker, Salz und Backtriebmittel, die schwere Verdauungsprobleme auslösen. Auch Salziges, Scharfes oder Gewürztes ist für die kleinen Nager ungesund. Ganz wichtig: Gib ihnen niemals Milch. Eichhörnchen sind laktoseintolerant; Milch führt zu tödlichem Durchfall.

Schlechtes Futter für Eichhörnchen Schlechtes Futter für Eichhörnchen - Fotos: surprisemeseptember (Eichörnchen), PANDA (Erdnüsse), supia (Mandeln), HandmadePictures (Brot), Pixel-Shot (Milchprodukte), Mara Zemgaliete (Popcorn), volff (Schokolade), gitusik (Kekse), valery121283 (Pommes)/stock.adobe.com

Das Futterhaus: der perfekte Ort

Ein Futterhaus, das regelmäßig befüllt wird, erleichtert den Tieren die Futtersuche und verringert ihren Stress – vor allem in der Stadt. Allerdings braucht es etwas Geduld. Die Tiere brauchen eine Weile, um das Futter zu entdecken. Außerdem müssen sie die Gegend gründlich „checken“, um sicher zu gehen, dass ihnen keine Gefahr droht.

  • Der Ort: Wähle einen ruhigen, geschützten Platz, weit weg von Straßen.
  • Die Höhe: Hänge das Haus in etwa 2 m Höhe auf. So sind sie vor Feinden am Boden sicher.
  • Der Zugang: Die Tiere sollten das Haus leicht über einen Ast oder eine Kletterhilfe erreichen können. Weite Sprünge kosten viel Kraft und bergen ein Verletzungsrisiko.
  • Sicherheit: Verwende kein Futterhaus mit Klappe. Wenn die Klappe (z. B. durch Erschrecken) auf den Nacken des Tieres stürzt, kann dies zu schweren Verletzungen führen. Ein offenes, wettergeschütztes Haus ist sicherer.

Hygiene: eine oft unterschätzte Gefahr

Kommen mehrere Eichhörnchen an dein Futterhaus? Dann reinige es regelmäßig – am besten einmal wöchentlich mit heißem Wasser. An Futterhäusern können sich Krankheiten wie die „Hörnchen-Pocken“ leicht ausbreiten. Entferne außerdem altes oder schimmeliges Futter, da es sonst Ratten und Mäuse anlockt, was in besiedelten Gebieten zu Problemen führen kann.

Nicht vergessen: Auch die Wasserschale muss täglich gereinigt werden. In stehendem Wasser bilden sich bei Hitze schnell Bakterien, die für die kleinen Nager gefährlich sind.

Indem du diese Regeln befolgst, leistest du einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz und sorgst dafür, dass unsere heimischen Wildtiere gesund durch das Jahr kommen.

Ein Eichhörnchen ist auf der Suche nach Futter zu Besuch am Balkon Ein Eichhörnchen ist auf der Suche nach Futter zu Besuch am Balkon - Foto: Martin Piechotta/stock.adobe.com

Mehr Informationen & Hilfe

Hast du ein verletztes Eichhörnchen gefunden? Hier findest du Hilfe:

Eichhörnchen Notruf e.V.: Hilfe für verwaiste oder verletzte Tiere (bundesweit)

Notruf-Nummer: 0700 – 200 200 12 (Täglich erreichbar)

Webseite: www.eichhoernchen-notruf.com/

Unser Rat

Es ist eine zauberhafte Erfahrung, Eichhörnchen zu füttern. Viele Menschen möchten sie gerne direkt aus der Hand füttern. Doch bei aller Freude sollte die Gesundheit der Tiere immer an erster Stelle stehen. Natürlich ist es verlockend, ein flauschiges Eichhörnchen zu streicheln. Aber wir dürfen nicht vergessen: Es sind und bleiben Wildtiere. Wahre Tierliebe bedeutet, sich stattdessen einfach am Beobachten zu freuen.


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