Bonobos spielen zum Spaß „Teeparty“ – wie Kinder
- Bonobos sind hochintelligente Primaten. Sie gehören zur Familie der Schimpansen.
- Sie spielen gerne – und haben eine große Vorstellungskraft.
- Sie verstehen das Konzept der „Teeparty“ - bei der Kinder nur so tun, als würden sie Tee trinken.
Nur so tun, als ob
Als Kinder stellen wir uns in unserer Phantasie alles Mögliche vor. Zum Beispiel, dass wir ein Schwert besitzen und wie ein Ritter kämpfen – nur dass es kein Schwert gibt und wir nur entsprechende Körperbewegungen machen. Oder wir setzen unsere Stofftiere an einen kleinen Tisch und tun so, als würden wir mit ihnen Tee trinken – obwohl die Tassen leer sind.
Wir können das mit 2-3 Jahren
Wir wissen, dass das nicht real ist, haben aber trotzdem großen Spaß daran. Diese Fähigkeit entwickeln wir Menschen im Alter von 2-3 Jahren. Die Fähigkeit, nur so zu tun, als ob, haben auch Bonobos.
Leere oder volle Becher?
Wissenschaftler haben mit einem Bonobo namens Kanzi „Teeparty“gespielt. Es gab zwei durchsichtige, leere Becher. Ein Wissenschaftler tat so, als würde er in beide Becher Saft füllen und drehte dann einen Becher auf den Kopf, um seinen „Inhalt“ wieder auszuschütten. Dann sollte Kanzi einen Becher wählen. In knapp 70 % der Fälle nahm er den anderen Becher, weil der ja noch „voll“ war.
Ein Test mit echtem Saft
Natürlich haben die Forscher den Test auch mit echtem Saft gemacht, um sicherzustellen, dass Kanzi versteht, was realer Saft und was nicht realer Saft ist. In fast 80 % der Fälle griff er auch hier zum vollen Becher.
Haben die Bonobos von uns gelernt?
Oder ist es andersherum: Haben wir von den Bonobos gelernt? In der Vergangenheit gab es bereits zahlreiche Hinweise, dass sich Bonobos Situationen vorstellen und „faken“. Sie wurden beispielsweise dabei beobachtet, einen dicken Ast wie ein Baby mit sich herumzutragen. Oder sie pflückten auf Computerbildschirmen nicht reale Beeren. Es könnte sein, dass diese Fähigkeit schon älter ist, als wir denken und auf unsere Vorfahren zurückgeht.
Über die Studie
Die Studie der Johns Hopkins University (USA) erschien im Februar 2026 in der Fachzeitschrift Science.
Quellen:
















