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Haben Tiere ein anderes Zeitgefühl als wir? Eine neue Studie zeigt, wie sie Zeit erleben

  • Tiere erleben Zeit völlig anders als Menschen, weil ihre Sinne Informationen in anderen Geschwindigkeiten verarbeiten.
  • Das neue Modell „Timescapes“ erklärt, wie ein einzelner „Moment“ im Tiergehirn entsteht.
  • Durch optische Täuschungen entschlüsseln Forscher das Zeitgefühl und die Wahrnehmung im Kopf der Tiere.

Jack Russell Terrier neben einem Wecker - Foto: Pixel-Shot/stock.adobe.com

Wie nehmen Tiere die Zeit wahr?

Die Welt dreht sich für jedes Lebewesen in einem eigenen Takt. Während eine Fliege unserer heransausenden Fliegenklatsche mühelos in Zeitlupe ausweicht, läuft für andere Tierarten die Welt wie im Schnelldurchlauf ab. Bisher dachte man oft, dass das Zeitgefühl nur davon abhängt, wie schnell das Auge Bilder verarbeitet. Doch das ist zu kurz gedacht: Das Gehirn muss diese Eindrücke erst sammeln und zu einem bewussten Moment zusammenbauen. Die neue Forschung zeigt, dass jedes Tier seine ganz eigene „Zeitlandschaft“ besitzt.

Das Rätsel der fünf Zeit-Fenster

Um das Zeitgefühl von Hunden, Vögeln oder Insekten messbar zu machen, haben die Wissenschaftler das Modell der Timescapes entwickelt. Dieses besteht aus fünf verschiedenen Zeit-Fenstern. Es untersucht zum Beispiel, wie viele Reize gleichzeitig ankommen dürfen, damit das Tier sie noch als einen Moment wahrnimmt. Auch die Frage, wie schnell sich diese Momente im Nervensystem aktualisieren, spielt eine Rolle. So entsteht ein faszinierendes Puzzle, das beweist, dass non-human Tiere die Realität völlig anders strukturieren als wir.

Tricksen mit optischen Täuschungen

Aber wie fragt man eine Fliege, ob für sie die Zeit gerade stillsteht? Die Antwort lautet: Perzeptuelle Illusionen. Das sind Wahrnehmungstäuschungen, die auch bei Tieren funktionieren. Wenn sich ein Objekt ganz kurz bewegt, trickst das das Auge aus. Indem Forscher beobachten, wann das Gehirn eines Tieres auf solche Täuschungen hereinfällt, können sie genau bestimmen, wo die Grenze zwischen echtem Reiz und der Verarbeitung im Kopf liegt. Das öffnet ein völlig neues Tor zur Erforschung des Tier-Bewusstseins.

Über die Studie

Die Studie der London School of Economics (LSE) sowie der Universitäten von Sussex und Cambridge (England) wurde im Juni 2026 in der Fachzeitschrift Trends in Cognitive Sciences veröffentlicht.

Ich finde es absolut faszinierend, mir vorzustellen, wie ein Hund den Tag erlebt. Wenn man nach Hause kommt, fühlt sich das für ihn vielleicht wie eine halbe Ewigkeit an, weil sein Gehirn Zeit ganz anders bemisst. Die Studie erinnert mich daran, dass wir Menschen nicht der Mittelpunkt der Welt sind, sondern nur eine von vielen Arten, die Zeit zu spüren.

Silke von tierchenwelt.de

Quellen:


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